Imec FutureSummits 2019 Erstes 5-kanaliges EKG-Chip als Wearable

Wearable, um die Herzfrequenz und Bewegungen des Föten zu überwachen.
Wearable, um die Herzfrequenz und Bewegungen des Föten zu überwachen.

Das Risiko während Schwangerschaften senken. Dafür hat das belgische Forschungszentrum Imec zusammen mit dem Start-up Bloomlife (eine Ausgründung aus Imec) ein Wearable entwickelt, mit dem der Herzschlag und die Bewegungen des Föten kontinuierlich und genau überwacht werden kann.

Der Prototyp, den Imec und Bloomlife präsentieren, ist das erste tragbare 5-Kanal-EKG-Chip (Elektrokardiogramm) zur kontinuierlichen und genauen Überwachung der Herzfrequenz und Beweglichkeit des Fötus, zwei wichtige Indikatoren für das Wohlbefinden eines Babys und das bereits in der 20ten Woche. Nick Van Helleputte, R&D Manager Connected Health Solutions vom Imec: Die hohe Genauigkeit ermöglicht eine Erfassung der EKG-Daten des Föten bei sehr niedrigen Amplitudenwerten, zwischen 3 und 15 μV Peak-Peak.«

Der speziell entwickelte BeatleIC-Chip von Bloomlife ist der einzige Chip auf dem heutigen Markt, der über alle erforderlichen Eigenschaften verfügt, um die Indikatoren für das Wohlbefinden eines Fötus - wie Herzfrequenz und Mobilität - während der zweiten Hälfte der Schwangerschaft genau zu verfolgen. Die Forscher sind überzeugt, dass bisherig Chips entweder zu viel Energie verbrauchen, um in tragbaren Lösungen praktisch nutzbar zu sein, oder dass sie die richtigen Parameter des Föten verfolgen.

Der BeatleIC-Chip weist folgende Eigenschaften auf:

  • Ein 5-Kanal-EKG-Sensor zur gleichzeitigen Aufzeichnung aller perinatalen gesundheitsbezogenen Signale.
  • Geringe Leistungsaufnahme, wodurch ein langer und kontinuierlicher Betrieb möglich wird - mit einer Akkulaufzeit von ca. einer Woche mit einer Knopfzelle.
  • Hohe Genauigkeit, um die Erfassung fötaler EKG-Daten bei sehr niedrigen Amplitudenpegeln zu ermöglichen.

Eric Dy, Mitbegründer und CEO von Bloomlife, erklärt: »Unser nächster Schritt zur Markteinführung dieser Technologie ist eine klinische Studie zur weiteren Validierung der Messergebnisse des Chips. Wir wollen wir nicht nur ein Konsumprodukt auf den Markt bringen - bestehend aus einem Sensor in einem Wearable-Pflaster und einer Smartphone-Anwendung - sondern auch eine Risikomanagement-Plattform, die von medizinisch qualifiziertem Personal genutzt werden kann.« Und Helleputte fügt hinzu: »Diese Entwicklung mit Bloomlife ist ein konkretes Beispiel dafür, wie sich die Kompetenz von imec in den Bereichen Nanoelektronik und digitale Technologien in immer kleinere, genauere und dennoch energieeffizientere Komponenten umsetzen lässt, die ihren Weg in die unterschiedlichsten Anwendungsbereichen finden.«