Werden NAND-Flash knapp? Engpass bei Speichern wegen iPad von Apple?

Wenn der Großkunde Apple ein neues Produkt vorstellt, hat das fast immer Einfluss auf den Speichermarkt. Wird das iPad mit seiner soliden Speicherausstattung die weltweite Verfügbarkeit von NAND-Flash-ICs einschränken?

Noch bevor die Analysten von Apples Plänen wussten, hatten sie eine angespannte Liefersituation und Lieferengpässe für das zweite Halbjahr vorhergesagt. Der Grund: Die Hersteller von NAND-Flash-Speichern haben im letzten Jahr nicht genug Geld in den Ausbau neuer Fertigungskapazitäten gesteckt. Auch Joseph Unsworth, Research Director für NAND-Flash-Speicher von Gartner, erwartet, dass es in diesem Jahr immer wieder zu Engpässen bei NAND-ICs kommen wird.

Das iPad könnte dafür sorgen, dass der ohnehin große Bedarf noch weiter steigt - allerdings in einer überschaubaren Größenordnung. Die Prognose von Unsworth: »Das neue Apple-Produkt wird einen Anteil von 2 bis 4 Prozent am diesjährigen NAND-Flash-Markt einnehmen.«

Stärker ins Gewicht könnte allerdings der »indirekte Apple-Effekt« fallen, wenn andere Gerätehersteller mit Apple gleichziehen wollen und ähnliche Multimediageräte auf den Markt bringen, die ebenfalls auf Halbleiterspeichern (Solid State Drive) aufsetzen. Einige Marktbeobachter halten es sogar für möglich, dass jetzt die Solid State Disk den Durchbruch in den Computer-Massenmarkt schaffen kann.

Laut Robert Herth, Prokurist und Sales & Marketing Direktor der IT Group von MSC, hängt allerdings noch viel von der künftigen Preisgestaltung ab. »Mittelfristig müssen die Preise der NAND-Chips fallen oder sich die Speicherkapazität auf gleichem Preisniveau verdoppeln.« Die Ausgangssituation schätzt er als gut ein: »Die Speicherhersteller haben erfolgreich den Umstieg auf den nächst kleineren Fertigungsprozess geschafft – von 45 nm auf 32 nm. Für alle Anbieter von NAND-Flash-Speichern ergibt sich dadurch ein größerer Spielraum bei der Preisgestaltung.«