Intel Ende der Kooperation mit chinesischem IC-Hersteller

Die Abkühlung bei den Investitionen in Cloud-Infrastruktur und schlechtere iPhone-Verkäufe schlagen auf das Geschäft von Intel durch.
Auf dem Mobile World Congress im vergangenen Jahr hatte Intel die Kooperation mit Unisoc bekannt gegeben. Nun wird sie beendet.

Intel hat seine vor einem Jahr geschlossene Partnerschaft mit dem chinesischen Chiphersteller Unisoc auf dem Sektor der 5G-Modems beendet.

Intel könnte mit diesem Schritt Probleme mit der amerikanischen Regierung aus dem Weg gehen wollen, wie Nikkei Asian Review vermutet. Noch vor einem Jahr wollte Intel über die Zusammenarbeit mit Unisoc, die noch der damaligen CEO Brian Krzanich eingefädelte hatte, Zugang zum chinesischen Chipmarkt gewinnen. Das Abkommen war auf mehrere Jahre angelegt.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt dürfte die amerikanische Regierung allerdings wenig begeistert davon sein, dass amerikanische Firmen der chinesischen Halbleiterindustrie mit Technologietransfers helfen, eine eigene Chip-Industrie aufzubauen. Intel bestritt, dass die Entscheidung auf politischen Druck hin gefallen sei, lediglich wirtschaftliche Erwägungen seinen ausschlaggebend gewesen. »Wir haben beide beschlossen, die Partnerschaft nicht weiter fortzuführen«, erklärte Robert Topol, General Manager von Intels 5G Strategy und Programm Office auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona lapidar.

Die regierungsnahe chinesische Zeitung Global zitiert Xiang Ligang, den sie als Analyst der Kommunikationsindustrie in China vorstellte, mit den Worten, dass das Ende der Kooperation zwar schade sei, aber Unisoc nicht davon abhalten könne, 5G-Chips weiterhin unabhängig zu entwickeln. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona hatte Unisoc die 5G-Plattrom »Malaku« vorgestellt sowie sein erstes 5G-Modem » Ivy510«.

2014 hatte Intel 1,5 Mrd. Dollar in einen Anteil von 20 Prozent an der Tsinghua Unigroup investiert, aus der Unisoc hervorgegangen war. Unisoc hat im vergangen Jahr laut TrendForce einen Umsatz von rund 1,6 Mrd. Dollar erzielt. Der IC-Hersteller beliefert Unternehmen wie Vivo, ZTE, Lenovo, Micromax, Lava und Samsung.

Derzeit will die USA chinesische Firmen wie Huawei und ZTE vom Aufbau der 5G-Infrastruktur aus Sicherheitsgründen ausschließen und drängt die Verbündeten, ebenso zu verfahren. Außerdem wehrt sich die US-Regierung gegen Spionage und IP-Diebstahl, den sie chinesischen Firmen vorwirft.

Wirkung hat dies bereits im Fall von Fujian Jinhua Integrated Circuit gezeigt, einem chinesischen Hersteller von DRAMs, der mit der Produktion der Speicher-ICs in der eigenen Fab Ender 2018 beginnen wollte. Micron wirft dem Unternehmen vor, IP gestohlen zu haben. Auch auf Foundry UMC, den Technologiepartner von Fujian Jinhua Integrated Circuit, bleibt die Affäre nicht ohne Auswirkungen. Amerikanische Firmen dürfen nun keine Maschinen für die IC-Fertigung mehr an Fujian Jinhua Integrated Circuit liefern. Weil große Teile des Equipments für die Halbleiterfertigung von amerikanischen Unternehmen hergestellt werden, kann Fujian Jinhua Integrated Circuit die DRAM-Produktion nicht wie geplant hochfahren.