Marktstudie Elpidas Bankrott stabilisiert DRAM-Preise

Waren in der Vergangenheit bei den Preisen für DRAM-Chips immer wieder größere Ausschläge zu verzeichnen, hat sich dies seit Elpidas Bankrott Ende Februar laut IHS iSuppli überraschenderweise geändert: Die Preise blieben in den seither vergangenen 12 Wochen recht stabil.

Der hauseigene DRAM-Preis-Index, dem gewichtete, durchschnittliche Preise des Spot-Markts zugrunde liegen, bewegte sich in einem schmalen Bereich mit Werten von 235 (Anfang März) und 243 (Ende Mai), was einen Unterschied von nur 7 Punkten bedeutet. Für den vergleichbaren Vorquartalszeitraum von Anfang Dezember 2011 (180 Punkte) bis Ende Februar 2012 (216 Punkte) war die Differenz mit 37 Punkten deutlich größer ausgefallen.

IHS’ DRAM-Preis-Index startete übrigens 2002 mit einem Wert von 1000 Punkten und gibt somit ein Maß, wie sehr die Preise in den vergangenen 10 Jahren gefallen sind. Zeitweise waren das über 80 Prozent, augenblicklich sind es 75 Prozent.

Die Preisstabilität lässt sich auch an dem am stärksten nachgefragten DRAM-Speicher ablesen, dem 2-GByte-DDR3-Chip. War dessen Preis noch eine Woche vor Elpidas Bankrott-Erklärung um 17 Prozent gesunken, blieb der Preis in den darauffolgenden 12 Wochen mit einer vernachlässigbaren Abweichung von 0,7 Prozent nahezu stabil.

Auch wenn Micron das Bieterrennen um Elpida, der Nummer 3 der DRAM-Hersteller, gewonnen hat, ist der Deal noch nicht in trockenen Tüchern und bietet weiterhin Anlässe zu Spekulationen, »wer letztlich Eigner von Elpida wird und welche Implikationen das dann für den DRAM-Markt haben könnte«, begründet Dee Nguyen, Memory Analyst bei IHS, die momentan recht ruhige und preisstabile Situation bei DRAMs. Seiner Meinung nach gibt es nach vor Interesse seitens der koreanischen Hynix (Nummer 2 im DRAM-Markt hinter Samsung) und der kalifornischen Global-Foundries Inc.