Apple trennt sich von Intel Eigene ARM-basierte Prozessoren für den Mac

Statt mit Prozessoren von Intel wird Apple ihre Mac-PCs künftig mit eigenen ARM-Core-basierten Prozessoren ausstatten. Die ersten Macs ohne Intel-Prozessoren sollen Ende des Jahres auf den Markt kommen.

Damit will Apple eine einheitliche Architektur über alle Produkte schaffen. Innerhalb von zwei Jahren soll der Übergang auf die neuen Prozessoren abgeschlossen sein. Unabhängig davon will Apple aber auch die Macs auf Basis der Intel-Prozessoren weiter führen und neue Versionen des Betriebssystems »macOS« über die kommenden Jahre vorstellen.   

»Der Wechsel zu unserer eigenen Prozessoren ist ein historischer Tag für den Mac, es handelt sich um den größten Sprung nach vorne in der Geschichte des Mac«, erklärte Tim Cook, CEO von Apple anlässlich der Ankündigung. »Der Mac wird besser und leistungsfähiger als jemals zuvor.«

Die Entwickler könnten sofort damit beginnen, ihre Apps an die neue, leistungsfähigere Hardware der Macs anzupassen. Außerdem vereinfache es die nun einheitliche Architektur den Entwicklern, ihre Apps für sämtliche Produkte von Apple zu schreiben.

Apple hat mit »macOS Big Sur« eine neue Version des Betriebssystems vorgestellt, bei der es sich um den größten Update seit zehn Jahren handele.  »macOS Big Sur« stelle sicher, dass der Übergang zur neuen Hardware reibungslos verlaufen könne. Zum ersten Mal könnten die Entwickler jetzt ihre »iOS«- und »iPadOS«-Apps ohne Modifikationen auch für die Mac-PCs bereitstellen.

Über das »Universal App Quick Start Program« bietet Apple ab sofort Zugang zur Dokumentation, zu Foren, zu Beta-Versionen von »macOS Big Sur« und »Xcode12«. Außerdem lässt sich das Developer Transition Kit (DTK) ab sofort in begrenztem Umfang nutzen. Das DTK besteht aus einen »Mac mini«, der mit einem »A12Z Bionic System on a Chip« ausgestattet ist. Zudem stehen 16 GB Speicher, eine 512-GB-SSD und zahlreiche Mac-I/O-Ports zur Verfügung. Jeder Interessierte kann sich an dem »Universal App Quick Start Program« anmelden, es kostet 500 Dollar. Zum Ende des Programms müssen die Entwickler das DTK wieder an Apple zurückgeben.

Das Design-Team von Apple kann bereits auf eine zehnjährige Erfahrung in der Entwicklung von der eigenen Prozessoren zurückblicken. In dieser Zeit haben sie eine skalierbare Architektur geschaffen, und auf deren Basis die jeweilige Hardware für die iPhones, iPads und die Apple Watch entwickelt wurde. Diese Architektur liegt auch den neuen Prozessoren für den Mac zugrunde. So könne Apple hohe Leistungsfähigkeit pro Watt erreichen und leistungsfähigere GPUs realisieren als bisher. Die Entwickler könnten so besser Apps und neue High-End-Spiele auf den Markt bringen.

Im Rahmen des Betriebssystems »macOS Big Sur« bietet Apple eine Reihe von Technologien an, die den nahtlosen Wechsel auf die neue Hardware für den Mac ermöglichen soll. Funktionen wie Native Compiler, Editoren und Debugging-Tools stehen im Rahmen von »Xcode 12« zur Verfügung. Das versetze die Entwickler in die Lage, die Apps innerhalb von Tagen auf die neue Hardware anzupassen. Außerdem könnten sie eine neue App kreieren, die sowohl auf den Macs mit den eigenen Prozessoren von Apple als auch auf den Macs mit Intel-Prozessoren laufen.