Trotz Corona DRAM- und NAND-Preise steigen – zunächst

Die Entwicklung der Notebook-, Server- und Smartphone-Märkte unter verschiedenen Szenarios.
Die Entwicklung der Notebook-, Server- und Smartphone-Märkte unter verschiedenen Szenarios.

Die durchschnittlichen Verkaufspreise (ASP) von DRAMs und NAND-Flash-ICs werden im ersten und zweiten Quartal 2020 weiter steigen.

Das läge laut den Analysten von DRAMeXchange vor allem an den niedrigen Lagerbeständen bei den Kunden. Sie würden ihre Lagerbestände jetzt auffüllen, um noch in den Genuss relativ niedriger Preise zu kommen. Allerdings gehen die Marktforscher davon aus, dass die Stunde der Wahrheit für die Speicher-IC-Industrie im dritten Quartal 2020 schlage. Denn dann würde der zurückgehende Bedarf der Konsumenten spürbar, während die Hersteller ihre eigenen Lagerbestände abbauen wollten. Das könnte zu einem Wendepunkt führen und die NAND-Preise wieder fallen lassen.

Denn weil sich die Weltwirtschaft wegen des Coronavirus abkühlt, sinkt auch die Nachfrage nach elektronischen Geräten. Außerdem rechnen die Analysten damit, dass wegen der Pandemie die Logistikkosten steigen während die Umsätze fallen, was eine industrieweite Umstrukturierung der Lieferketten zur Folge haben könnte.

Derzeit wandern die meisten DRAMs und NAND-Speicher in Notebooks, Computer, Server und Smartphones. Die Smartphones würden vermutlich den stärksten Verkaufsrückgang erleben. Auch wenn der Aufschwung in diesem Markt seit Beginn des Jahres bemerkenswert sei, würde er kaum anhalten. Die derzeitige Produktion von Smartphones falle jedenfalls schon.

Der stark steigende Bedarf für Heimarbeitsplätze hat den Bedarf an Servern ansteigen lassen. Denn die Cloud-Service-Provider würden ihre Infrastruktur weiter ausbauen, weshalb sich in diesem Markt die Pandemie noch nicht ausgewirkt habe.

TrendForce, die Mutterfirma von DRAMeXchange hatte ursprünglich ein konstantes Wachstum der Preise für DRAMs und NAND-Flash-ICs vorausgesagt: Die ASPs der DRAMs wären danach in diesem Jahr gegenüber 2019 um 13 Prozent gestiegen, die der NAND-Speicher sogar um 32 Prozent. Die Einkäufer von Speicher-ICs wollten gegen Ende 2020 ihre Lagerbestände kaum ausbauen, was die Preise in der zweiten Jahreshälfte beeinflussen werde.

Die DRAMs sind allerdings knapp und würden es voraussichtlich im Jahresverlauf bleiben, so dass die Preise auch dann leicht steigen könnten, wenn der Bedarf sinkt. Weil eine solche Knappheit im NAND-IC-Markt nicht existiert, und auch der Bedarf schon sinke, könnten die NAND-IC-Preise in der zweiten Jahreshälfte schnell sinken.