China als Lichtblick? DRAM-Preise weiterhin schwindelerregend

Der DRAM-Preis pro Gb und die Entwicklung der DRAMs gemessen in gelieferten bits
Der DRAM-Preis pro Gb und die Entwicklung der DRAMs gemessen in gelieferten bits

Die DRAM-Hersteller wandeln auf einem schmalen Grat: von hohen DRAM-Preisen profitieren, die Anwender aber nicht noch mehr verstören. Kann denen China helfen?

Ein Lichtlein am Ende des Tunnels leuchtet den geplagten Anwendern – in China, wenn auch noch schwach. Denn chinesische Hersteller wollen schnell in den DRAM-Markt einsteigen, dann könnte es zu einem Preisverfall kommen. Derzeit bezweifeln aber die meisten Experten, dass dies schon kurzfristig der Fall sein könne. Es würden doch noch einige Jahre ins Land ziehen, bis neue Hersteller im DRAM-Markt ansatzweise aufgeholt haben könnten und die Party für die etablierten Hersteller vorbei sei – wenn es überhaupt so weit käme.  

Doch wer mit DRAMs zu tun hat, ist rasante Achterbahnfahrten gewöhnt: Im vergangenen Jahr beispielswese explodierte der Gesamtmarkt geradezu um sagenhafte 77 Prozent – nach einem Rückgang um 8 Prozent 2016.   

Derzeit können sich die DRAM-Hersteller und ihre Investoren jedenfalls freuen: Um 47 Prozent ist der Preis pro Bit von DRAMs 2017 gestiegen der größte Sprung seit 1978. Dazu kommt noch: Nur 3 Prozent betrug der durchschnittliche Preisverfall pro Bit zwischen 2012 und 2017. Davor war der Preis der DRAMs zur Freude der Systemhersteller um nicht weniger als 33 Prozent pro Jahr gefallen – und das über eine Periode von 1978 bis 2012.

Dagegen ist allein im vergangenen Jahr war der Preis pro Bit für DRAMs um nicht weniger als 47 Prozent gestiegen – der größte Sprung seit 1978. Bis dahin hatte 1988 den Rekord gehalten, als der Preis um 45 Prozent nach oben geschossen war.

Allerdings lag das Wachstum der DRAMs gemessen an der Zahl der gelieferten Bits 2017 bei nur 20 Prozent. 2016 hatte dieser Wert noch 40 Prozent erreicht. Auch für dieses Jahr sagen die drei großen DRAM-Hersteller – Samsung, SK Hynix und Micron – voraus, dass die DRAMs gemessen in bit um 20 Prozent wachsen werden. Nach der Analyse von IC Insights hat der der Ausstoß der DRAMs in bit von Mai 2017 bis Januar 2018 aber lediglich um 13 Prozent zugelegt.

Dagegen sprang der Preis pro Gbit im Januar 2018 gegenüber dem Vorjahresmonat wiederum auf dem Rekordniveau von 47 Prozent.  

Die Analysten von IC Insights betonen, dass der Preis pro Bit und der Anstieg des Bit-Ausstoßes mit – 0,88 sehr stark korrelieren. Daraus schließen sie, dass die Systemhersteller zwar den Einsatz von DRAMs in den derzeit gelieferten Geräten nicht zurückfahren, dass sie dies aber in den kommenden Gerätegenerationen tun werden, beispielsweise neue Smartphones nur noch mit einer DRAM-Kapazität von 4 GB statt 5 GB ausstatten.

Mehr Informationen über den DRAM-Markt hält der neuste McClean-Report bereit, den IC Insights im März veröffentlicht.