Dialog Semiconductor »Drahtloses Laden – Energous wird der Standard!«

Mit dem Investment geht es ums Ganze

Dialog hatte bereits eine Partnerschaft mit Energous, warum jetzt das Investment?

Bei dieser Partnerschaft ging es mehr um Referenz-Designs. Jetzt geht es um viel mehr. Wir sind der exklusive Distributionskanal für Energous-Chips weltweit. Energous entwickelt die ICs und wir übernehmen die ICs und bringen diese in Massenproduktion. Deshalb haben wir 10 Mio. Dollar investiert.

Die Technologie von Energous ist bekannt, aber wie weit ist das Unternehmen mit der Kommerzialisierung ihrer Technologie?

Energous hat bereits Produkte, die die FCC-Zulassung (FCC: Federal Communications Commission) für den Near-Field erhalten haben. Wir arbeiten derzeit an ICs für das Mid-Field. Die Technologie ist also Realität, wir haben bereits einige Designs gewonnen, die erfüllt werden müssen. Derzeit ist geplant, dass wir im ersten Halbjahr dieses Jahres Produkte in den Consumer-Markt liefern werden.
Außerdem arbeiten wir daran, unser IP mit dem IP von Energous zu verknüpfen und darauf basierend eine Roadmap für die Zukunft zu entwickeln.

Warum Qi und A4WP scheitern

Heißt das, dass Sie der Überzeugung sind, dass die bislang diskutierten Ansätze von Qi und A4WP zum Scheitern verurteilt sind?

Ja, weil der Mehrwert, den Energous liefert, deutlich über denen liegt, die mit den bisherigen Ansätzen verbunden sind. Man sollte niemals nie sagen, aber unser Ziel ist es, die Energous-Techik in Consumer-Geräte zu bringen, besonders in Smart-Phones.
Die heutigen Ansätze sind einfach nicht komfortabel. Wer kauft sich denn schon ein Lade-Pad für 50 Dollar? Keiner. Weil die Vorteile zu gering sind. Drahtloses Laden muss nebenbei funktionieren, man will sich darum nicht kümmern müssen.

Dialog hat im letzten Jahr ein GaN-Power-IC vorgestellt, wobei auch andere Hersteller wie beispielsweise Navitas Semiconductor an ähnlichen Lösungen arbeiten. Wie positioniert sich Dialog gegenüber der Konkurrenz?
Wir sind zwar nicht der einzige Anbieter, aber wir sind mit diesem Produkt sicherlich führend. Hinzu kommt noch, dass Dialog kein Startup ist, sondern ein Unternehmen, das Millionen von Bausteinen ausliefert. Dementsprechend verfügen wir über die Möglichkeit, eine vollständige Qualifizierung durchzuführen, was den Kunden die Zuversicht gibt, dass GaN eine ausgereifte Technik ist.
GaN ist eine Technik, die es schon seit zehn Jahren gibt, aber bislang wurden damit nur spezielle Applikationen bedient. Wir nutzen TSMC mit seinem Standard-CMOS-Equipment, fertigen in hohen Stückzahlen und nicht nur Samples. Wir wollen mit GaN in hochvolumige Anwendungen gehen, denn damit ist es dann auch möglich, dass die Foundries in die Weiterentwicklung dieser Fertigungstechnik investieren und somit die Vorteile von GaN in vielen Anwendungen genutzt werden können.