Ausland weiterhin stark Doch Auftragseingänge gehen insgesamt zurück

Dr. Andreas Gontermann, ZVEI: »Vor dem Hintergrund des sehr hohen Internationalisierungsgrades unserer Branche machen wir uns  weiter große Sorgen vor einer Eskalation der Handelsstreitigkeiten.«
Dr. Andreas Gontermann, ZVEI-Chefvolkswirt : »Wenn der bisherige Jahresverlauf auch moderater und unstetiger war als in 2017, so befindet sich die Branche dennoch weiter auf Wachstumskurs.«

Um 6,2 % ist der Auftragseingang für die deutsche Elektroindustrie im April gesunken, denn die Inlandsaufträge brachen um 19,6 % ein.

Die positive Nachricht: Nach den neusten Zahlen des ZVEI stiegen die Auslandsaufträge im April dieses Jahres um 8,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus Europa fiel der Zuwachs mit 0,9 Prozent verhalten aus, Bestellungen aus Drittländern aber kletterten um 12,3 Prozent nach oben.

Und den Rückgang des  Auftragseingangs im Inland setzt Dr. Andreas Gontermann, ZVEI-Chefvolkswirt, ins Verhältnis: »Sie waren im Vorjahr um 30 Prozent gestiegen, so dass jetzt ein Basiseffekt eintrat.«

Für die gesamten ersten vier Monate 2018 kann damit noch ein kleines Auftragsplus von 1,0 Prozent verbucht werden. Die Inlandsaufträge verfehlten ihr Vorjahresniveau um 5,6 Prozent, wohingegen die Auslandsaufträge um 6,8 Prozent zulegen konnten. Auch hier fiel das Bestellplus mit Kunden aus Drittländern (+10,3 %) deutlich höher aus als der Zuwachs bei Aufträgen aus der Eurozone (+1,4 %).

Produktion wuchs um 9 Prozent

Nach dem zwischenzeitlichen Rückgang im März 2018 ist die Produktion der deutschen Elektroindustrie im April wieder spürbar um 9,0 Prozent gegenüber Vorjahr gewachsen. »Der April hatte allerdings auch zwei Arbeitstage mehr als 2017«, so Dr. Gontermann. »Von Januar bis April lag der aggregierte Branchenoutput um 4,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor.«

Die Elektrounternehmen behielten ihre Produktionspläne per saldo auch im Mai bei: 28 Prozent der Firmen wollen ihren Output in den nächsten drei Monaten steigern, nur vier Prozent drosseln. Mehr als zwei Drittel planen mit einem gleichbleibenden Produktionslevel.

Mit einem Plus von 9,6 Prozent gegenüber Vorjahr auf 15,4 Milliarden Euro ist der Umsatz der deutschen Elektroindustrie im April 2018 fast zweistellig gestiegen. Die Erlöse mit Inlandskunden legten um 11,2 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro zu, der Auslandsumsatz übertraf mit 8,0 Milliarden seinen Vorjahreswert um 8,4 Prozent. Die Erlöse mit Kunden aus der Eurozone (+6,5 % auf 2,9 Mrd. €) wuchsen etwas schwächer als das Geschäft mit Abnehmern aus Drittländern (+9,4 % auf 5,1 Mrd. €).
Im gesamten Zeitraum von Januar bis April kam der Umsatz auf 63,3 Milliarden Euro und übertraf damit seinen Vorjahreswert um 5,4 Prozent. Inlands- und Auslandserlöse kletterten um 6,2 bzw. 4,8 Prozent auf 30,2 und 33,1 Milliarden Euro. Die Erlöse mit der Eurozone stiegen um 5,4 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro. Im Geschäft mit Drittländern konnte ein Plus von 4,4 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro verbucht werden.

Das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie hat sich im Mai kaum verändert. Die Beurteilung der aktuellen Lage fiel ungünstiger aus als im April, dafür zogen die allgemeinen Geschäftserwartungen an.

 

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Deutsche Elektronikindustrie: sinkende Auftragseingänge

Doch Umsatz und Produktion der deutschen Elektronikindustrie wuchsen.