Neues Display und LTE Die Materialkosten für das iPhone 5 sind gestiegen

Das neue iPhone 5. Neben dem neuen A6-Prozessor kann es nun auch LTE.
Das neue iPhone 5. Neben dem neuen A6-Prozessor kann es nun auch LTE.

Laut einer Schätzung von IHS iSuppli muss Apple für das Einstiegsmodell des neuen iPhone 5 mit 16 GByte Flash Materialkosten in Höhe von 199 Dollar berappen. Demgegenüber steht ein Verkaufspreis (ohne Vertrag) von 649 Dollar.

»Wir schätzen, dass die Materialkosten im Basismodell des iPhone 5 bei 199 Dollar liegen, damit sind die Komponenten für diese Version etwas teurer als für das iPhone 4S-Modell«, erklärt Andrew Rassweiler, Senior Principal Analyst im Bereich der Teardown Services von IHS. Das Einstiegsmodell des iPhone 4S kam laut IHS-Analyse bei gleicher Speicherdichte auf 188 Dollar. »Dass die Materialkosten für das iPhone 5 trotz fallender Preise für Komponenten wie NAND-Flash gestiegen sind, liegt hauptsächlich am Display und an der drahtlosen Kommunikation.«

Wie in früheren Modellen auch ist das Display das teuerste Subsystem im iPhone 5. Rassweiler veranschlagt hierfür 44 Dollar, im iPhone 4 waren es noch 37 Dollar gewesen. Er führt diese Preissteigerung auf zwei Faktoren zurück: die größere Bildschirmdiagonale und die jetzt integrierte Touchscreen-Technik. Beim iPhone 5 ist das Display 4 Zoll groß und mit einer integrierten In-Cell-Touch-Technik versehen; beim iPhone 4S misst das Display 3,5 Zoll, der Touchscreen ist separat.

Zwar steigen mit der integrierten In-Cell-Touch-Technik die Kosten für das Display, aber genau diese Technologie bezeichnet Rassweiler als großen evolutionären Schritt, denn kein anderer hat bislang auf diese Technik gesetzt. Rassweiler: »Die meisten anderen LCDs in Smartphone setzen auf Display-Assemblies, bei denen der Touchscreen vom eigentlichen Display physikalisch getrennt ist und auf das Display montiert wird. Im iPhone 5 hingegen ist die Touch-Technologie in das Display-Glas integriert, wodurch das Produkt dünner wird und die Anzahl an Einzelkomponenten schrumpft.«

In der Vergangenheit griffen die Hersteller der Smartphones mit kapazitiven Touchscreens auf verschiedene Hersteller für das Display und den Touchscreen zurück. Samsung war der erste, der hier schon einen Schritt weitergegangen ist: Alle Super AMOLED Bildschirme von Samsung für Smartphones nutzen eine On-Cell-Technologie, bei der Samsung das Display samt Touchscreen als eine einzige Einheit verkauft. Kaufen also Smartphone-Hersteller das Super AMOLED Display von Samsung, kommen sie gleichzeitig in den Genuss der Touch-Technologie. Damit vereinfacht sich das Produkt-Design und die Endgeräte werden dünner.

Die In-Cell-Technik von Apple geht noch einen Schritt weiter als Samsungs On-Cell-Technik, denn in diesem Fall wird die Touch-Funktion direkt in das Display integriert. Damit entfällt die Assemblierung des Touchscreens. Stattdessen liefern die drei bekannte Display-Lieferanten von Apple – LG Display, Japan Display und Sharp - eine einzige Einheit.