Kommentar Die Krise und die KMUs

Heinz Arnold
Heinz Arnold, Editor-at-Large, HArnold@weka-fachmedien.de

Die starke Position der KMUs gibt die Hoffnung,die Krisenzeit zu überstehen - und danach schnell wieder hochfahren zu können.

Wenn auch derzeit vieles im Ungewissen liegt, eines dürfte feststehen: Nach der Krise werden wir umso schneller zur Normalität zurückkehren können, je besser es den Unternehmen der Elektronikindustrie gelungen sein wird, ihre Entwicklungen trotz des in diesem Ausmaß noch nie erlebten Stillstandes in den kommenden Wochen zumindest teilweise weiterzuführen.

Da dürfte sich die Industrie in Deutschland, insbesondere die berühmten kleinen und mittelständigen Unternehmen (KMUs), in einer guten Ausgangsposition befinden. Sie sind eine besondere Stärke der Industrie hierzulande, denn sie schaffen ein beachtliches Innovationsklima. Die Mitarbeiter dort identifizieren sich mit ihren Unternehmen, fühlen sich dort zum großen Teil wohl, sind erfinderisch und tragen wesentlich dazu bei, dass die Unternehmen Entwicklungen vorantreiben und sich erfolgreich im Wettbewerb behaupten können.

An den KMUs zeigt sich augenfälliger als am Beispiel der ganz großen Unternehmen: Wirtschaft und Gesellschaft sind eins, sie lassen sich nicht trennen in böse Profitmacher-Konzerne einerseits und die gute Gesellschaft andererseits. Doch bisweilen entsteht der Eindruck, als müssten nun zum Wohle und der Gesundheit der Menschen (endlich einmal!) die Wirtschaft und der Profit zurücktreten. Schon sind Jubelmeldungen darüber zu lesen, dass der CO2-Ausstoß zurückgeht. Doch wenn Krankenhäuser keine High-Tech-Geräte erhalten, leiden die Patienten, wenn die Handwerker die Heizung nicht mehr reparieren können, leiden alle, genauso wie wenn die Lieferketten nicht mehr funktionieren und mehr im eigenen Land hergestellt werden muss. Dann steigen die Preise.

Gerade das Beispiel der kleineren und mittleren Unternehmen in Deutschland zeigt, wie eng die Produktionen untereinander verflochten sind: Wenn sie einen Teil der Produktion runterfahren, betrifft das schnell alle. Das gilt selbstverständlich auch für große Unternehmen, aber hier besteht nicht immer die direkte emotionale Bindung, und das Verhältnis zwischen den verschiedenen Interessengruppen ist komplexer und anonymer.

Doch innerhalb der KMUs ist das ein wenig anders. Gerade deshalb und wegen ihrer starken Position besteht die Hoffnung, dass sie nicht zuletzt über die staatlichen Hilfsprogramme – wenn sie denn die richtigen Stellen auch erreichen – die Krisenzeit gut genug überstehen können, um dank der engagierten Mitarbeiter die Prozesse danach wieder schnell in Richtung Normalität hochzufahren. Auch wenn danach vieles ein wenig anders aussehen wird. Ja, es besteht sogar die Hoffnung, dass „ein wenig anders“ ganz und gar nicht schlecht sein muss.