Keine Chips mehr für Huawei Dennoch investiert TSMC auf Rekordniveau

TSMC rechnet für das dritte Quartal mit einem Umsatzplus von mehr als 20 Prozent und will eine Rekordsumme investieren – trotz des Lieferstopps an Huawei ab diesem September.

Wird TSMC in diesem Jahr zwischen 15 und 16 Mrd. Dollar investieren, so sollen es im kommenden Jahr sogar 17 Mrd. Dollar werden – obwohl das Unternehmen ab September dieses Jahres keine Chips mehr für Huawei bzw. deren Design-Tochter HiSilicon liefern wird und damit ihren zweitgrößten Kunden verliert. Die USA hatten vor drei Monaten die Exportbeschränkungen noch einmal kräftig verschärft, um zu verhindern, dass Unternehmen Chips an Huawei liefern dürfen die auf Equipment von US-Herstellern gefertigt werden. Dennoch rechnet TSMC trotz aller Widrigkeiten durch Handelskrieg und Corona-Pandemie mit einem Umsatzsprung um 20 Prozent im kommenden Jahr.  

Für das dritte Quartal prognostiziert TSMC den Umsatz zwischen 11,2 und 11,5 Mrd. Dollar – was gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal einen Sprung um mindestens 20,7 Prozent bedeutet.

Im zweiten Quartal hatte der Umsatz bei 10,38 Mrd. Dollar gelegen, was sogar einem Wachstum von 28,9 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2019 entspricht.

Am Smartphone-Markt insgesamt liegt es nicht, das TSMC so optimistisch gestimmt in die Zukunft schaut. Das Unternehmen geht davon aus, dass dieser Markt 2020 um 10 Prozent schrumpfen wird. Doch die 5G-Smartphones würden laut Vice Chairman C.C. Wei schon 2020 auf eine hohe Durchdringung im zweistelligen Prozentbereich kommen. Das wird dem größten Kunden von TSMC – Apple – nutzen. Aber auch die Chips von anderen großen Kunden, darunter Analog Devices, Broadcom, MediaTek, Nvidia und NXP dürften von einem wachsenden Markt profitieren. Erst kürzlich hatten die Analysten von IC-Insights vorhergesagt, dass der IC-Markt insgesamt im kommenden Jahr um 3 Prozent zulegen werde.

Dass TSMC den Umsatz weiter steigern konnte, liegt vor allem daran, dass das Unternehmen die Chips fertigt, die in die 5G-Infrastruktur wandern. China baut in hoher Geschwindigkeit sein Netz auf und auch viele weitere Länder weltweit arbeiten mit Hochdruck daran, ihre 5G-Infrastrukturen voran zu treiben. Denn eine 5G-Infrastruktur gilt nicht nur als die Voraussetzung für den Aufbau eines leistungsfähigen Telekommunikationsnetzes sondern auch für viele weitere kritische Sektoren wie autonomes Fahren, IoT, Industrie 4.0, Medizintechnik und die Energieversorgung. Zudem war die Nachfrage nach Chips für Server und Geräte fürs Homeoffice wegen der Corona-Pandemie gestiegen, was die Geschäfte von TSMC ebenfalls belebt hat.