IHS iSuppli Chipmarkt: Europäer und Japaner leiden am stärksten

IHS iSuppli hat den Halbleitermarkt im zweiten Quartal 2012 unter die Lupe genommen und ein neues Ranking aufgestellt. Die Rahmenbedingungen sind bekanntermaßen nicht günstig, was sich in einem weltweiten Umsatzrückgang von 3 Prozent widerspiegelt. Allerdings mussten die europäischen und japanischen Hersteller deutlich mehr Federn lassen als ihre amerikanischen Konkurrenten.

IHS iSuppli beziffert den weltweiten Halbleiterumsatz im zweiten Quartal mit 75,2 Mrd. Dollar, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum noch 77,5 Mrd. Dollar. Gegenüber einem typischerweise schwachen ersten Quartal entsprechen die 75,2 Mrd. Dollar aus dem zweiten Quartal einem vergleichsweise geringen Wachstum von unter 3 Prozent - und alles was unter 4 Prozent sequentiellem Wachstum zwischen Q1 und Q2 liegt, gilt als ziemlich schwach. Dale Ford, Senior Director of Electronics and Semiconductor Research bei IHS, kommentiert entsprechend: »Das Wachstum in der Halbleiterindustrie ist in zweiten Quartal sehr enttäuschend ausgefallen, hier fordern die Euro-Krise, das verlangsamte Wachstum in China und die immer noch hohe Arbeitslosigkeit in den USA ihren Tribut. Rund zwei Drittel der Halbleiterunternehmen hatten entsprechend mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Die Zahlen für das zweite Quartal verheißen nichts Gutes für das Gesamtjahr.« Das heißt: Ist der weltweite Halbleitermarkt im letzten Jahr schon nur um 1,4 Prozent gewachsen, soll in diesem Jahr noch nicht einmal dieser Wert mehr erreicht werden.

Laut Dale waren Hersteller aller Regionen von den Umsatzrückgängen betroffen. Lediglich vier Unternehmen konnten im zweiten Quartal Umsatzzuwächse gegenüber dem Vorjahr verbuchen: Intel, Samsung, Qualcomm und Broadcom. Die anderen sechs der Top-10-Liste mussten Umsatzrückgänge verkraften, vier von ihnen sogar Umsatzrückgänge im zweistelligen Bereich. Dazu zählen Texas Instruments, Toshiba, Hynix und STMicroelectronics.

Die Umsätze aller europäischen Hersteller sind in der Summe um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen. Wobei STMicroelectronics und Infineon Technologies im Vergleich zum Vorjahr Umsatzrückgänge in Höhe von 16,4 beziehungsweise 12,9 Prozent melden mussten. Die japanischen Hersteller wiederum verloren in der Summe rund 4 Prozent ihres Umsatzes, also weniger als ihre europäischen Konkurrenten. Dafür fällt aber der Vergleich mit dem ersten Quartal 2012 deutlich schlechter als in Europa aus: Konnten hier die Europäer noch ein Plus von zirka 4 Prozent erzielen, sackte der Umsatz der japanischen Hersteller um 7,5 Prozent ab.