Den EUV-Markt leerkaufen? Chip-Monopoly

Das Funktionsprinzip einer EUV-Lithografie-Maschinen von ASML. Jetzt soll nun endlich den Durchsatz erreicht werden, der eine wirtschaftlich sinnvolle Massenfertigung von ICs mit Hilfe der neuen Technik ermöglicht.
Eine EUV-Lithografiemaschine von ASML: Will Samsung eine Jahresproduktion aufkaufen, um den Wettbewerb von der die Fertigung der Chips der neusten Generation auszuschließen?

Samsung Electronics steigt auf der 7-nm-Ebene in die Produktion von ICs mit Hilfe der neuen EUV-Lithografie ein. Könnte sich das Unternehmen damit ein Monopol sichern?

Die Maschinen der neuen Lithografie-Generation Extreme Ultraviolett sind teuer, sehr teuer. Zwischen 170 und 180 Mio. Dollar pro Stück, so schätzen Experten.

Es gibt allerdings nur einen Hersteller: ASML. Dessen Kapazitäten sind beschränkt, genauso wie die Kapazitäten des Lieferanten für das optische System dieser Maschinen, die in Oberkochen ansässige Karl Zeiss AG, die mit ASML symbiotisch zusammen arbeitet.

Allerdings sind die Produktionskapazitäten für diese Wunder an Komplexität und Präzision beschränkt: Insider schätzen, dass Zeiss SMT und ASML gerade einmal 12 EUV-Lithografiegeräte pro Jahr herstellen können.

Nehmen wir einmal an, Samsung wolle zehn Maschinen kaufen. 1,8 Mrd. Dollar scheinen viel Geld zu sein. Für Samsung eher nicht. Vor allem nicht an den aus Sicht von Samsung segensreichen Auswirkungen, die es hätte, den Markt für Maschinen leer zu fegen. Denn sie sind die Voraussetzung dafür, die ICs der neusten Generation kosteneffektiv fertigen zu können. Zwar gelingt es mit Hilfe vieler Tricks, ICs mit Strukturgrößen unter 8 nm zu produzieren. Doch sind Tricks wie Tripple- und Quadruple-Patterning ebenfalls sehr teuer.  

Samsung könnte nun darauf wetten, dass es genau ab der 7-nm-Ebene wirtschaftlich sinnvoll ist, auf EUV-Lithografie umzustellen – und in Monopoly-Manier dafür zu sorgen, dass der liebe Wettbewerb das nicht kann.  Dafür wären 1,8 Mrd. Dollar wohl ganz gut angelegtes Geld, zumal die Kosten für eine Fab, die ICs bis hinab zu Strukturen von 3 nm fertigen kann, geradezu astronomisch anmuten. Von bis zu 20 Mrd. Dollar sprach Morris Chang, Gründer und bis Sommer 2018 noch Chairman und CEO von TSMC, der größten Foundry der Welt.

Für Samsung, die das Foundry-Geschäft seit kurzem als eigene Geschäftseinheit weiter führt und sich bereits auf Platz 2 sieht, sicherlich eine Rangfolge, die sich ändern lässt. Seine ambitionierten Wachstumspläne hatte das Unternehmen erst kürzlich auf dem Samsung Foundry Forum in München verkündet.

Ganz neu wäre die Monopoly-Strategie nicht. Samsung hatte sie auf dem Gebiet der OLEDs schon einmal demonstriert. Ergebnis: Der Wettbewerb hinkt derzeit hinterher.

Ob das Spiel in der IC-Fertigung ähnlich verlaufen wird? Ab wann rechnet sich der Übergang auf die teuren EUV-Maschinen, wie viele sind erforderlich sind?
So ist es spannend zu beobachten, ob Samsung tatsächlich Monopoly spielt und  zu welchen Auswirkungen das führen wird.