Qualcomm-Übernahme Broadcom säuselt lieblich - und teilt aus

Broadcom wagt sich an die größte Übernahme der Halbleitergeschichte - und will sie auch gegen den Widerstand von Qualcomm durchsetzen.
Ob Broadcom mit den Zusicherungen für bessere Stimmung in den USA sorgen kann?

Broadcom versichert, dass Qualcomm nach einer Übernahme weiter in die Entwicklung von 5G investiere und will sogar die Ausbildung von US-Ingenieuren finanzieren.

Das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS)  hatte unter anderem befürchtet, dass Broadcom nach einer Übernahme von Qualcomm das R&D-Budget des US-Unternehmens kürzt, was seine Position gegenüber chinesischen Wettbewerbern schwächen könnte.

Jetzt hat Broadcom verlautet, dass nach einer gelungenen Übernahme die für die Entwicklung von 5G vorgesehen Ressourcen von Qualcomm nicht nur weiter in vollem Umfang bestehen blieben, sondern das R&D-Budget auf die Entwicklung für die USA wichtiger Techniken fokussiert werden solle.

Broadcom geht sogar noch einen Schritt weiter und will einen Fond in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar einrichten. Er soll die Ausbildung von Ingenieuren in den USA finanzieren, die sich auf die Entwicklung von Funktechniken spezialisieren und so die führende Rolle der USA auf diesem Gebiet sichern sollen.

Ein kleiner Seitenhieb

Eines Seitenhiebs gegen Qualcomm konnte sich Broadcom in der Pressemitteilung nicht enthalten: Broadcom werde die die erhöhten R&D-Ausgaben im Rahmen der gesetzlich erlaubten Geschäftspraktiken aufbringen, nicht durch räuberisches Verhalten, das nicht in Einklang mit den Wettbewerbsregeln stünde. Qualcomms Behauptung, dass seine bisherigen Lizenzierungspraktiken erforderlich gewesen seien, um die hohen R&D-Ausgaben finanzieren zu können, entbehrten jeder Grundlage.