Toshiba Memory Börsengang in stürmischen Zeiten

Blick auf den Standort von Toshiba Memory und Western Digital in Yokkaichi in Japan.
Blick auf den Standort von Toshiba Memory und Western Digital in Yokkaichi in Japan.

Toshiba Memory muss investieren. Dazu will das Unternehmen schon bald an die Börse. Aber die NAND-Flash-Speicher-IC-Preise fallen.

Es wird also schwierig, den richtigen Zeitpunkt für den Börsengang zu wählen. Toshiba Memory und das Konsortium um Bain Capital, das Toshiba Memory gekauft hatte, sprechen laut Nikkei Asian Review von einem Zeitraum von drei Jahren, innerhalb dem der IPO stattfinden soll. Frisches Kapital würde dringend gebraucht. Denn um die Position als Nummer zwei auf dem NAND-Flash-Speicher-IC-Markt hinter Samsung zu halten oder sogar auszubauen, sind hohe Investitionen erforderlich.

Erst vergangenen Monat hatte Toshiba Memory zusammen mit Partner Western Digital die neue Fab 6 und das R&D-Zentrum in Yokkaichi eröffnet, in die die Nummer 2 und die Nummer 3 unter den weltweiten NAND-Flash-Speicher-IC-Herstellern zusammen 4,5 Mrd. Dollar gesteckt hatten. Im zweiten Quartal hatte Samsung laut DRAMeXchange einen Umsatz von rund 6 Mrd. Dollar mit den NAND-Flash-ICs erzielt, Toshiba Memory kam auf 3,1 Mrd. Dollar und Western Digital lag mit 2,4 Mrd. Dollar auf dem dritten Platz.

Stacy Smith ist neuer Executive Chairman

Toshiba Memory geht weiter aggressiv voran. Das zeigt auch, dass es dem Unternehmen gelungen ist, mit Stacy Smith, ein früherer CFO von Intel und von 2016 bis 2018 President, Manufacturing, Operations and Sales, für den Posten des Executive Chairman zu gewinnen. »Er ist mit seiner Erfahrung in der globalen Halbleiterindustrie genau der Richtige, um Toshiba Memory als selbständiges Unternehmen in die nächste Wachstumsphase zu führen«, freute sich Yasuo Naruke, President und CEO von Toshiba Memory, anlässlich der Bekanntgabe der Personalie.  Stacy Smith wird auch im Board von Toshiba Memory sitzt. Nach der Übernahme von Toshiba Memory durch das Konsortiums um Bain Capital in diesem Jahr hält Toshiba einen Anteil von 40,2 Prozent an Toshiba Memory, Hoya, deren CEO Hirohi Suzuki auch Mitglied des Boards ist, hatte sich mit 9,9 Prozent beteiligt.

Überkapazität im NAND-Markt

Doch nicht nur Toshiba und Western Digital, auch die Wettbewerber, allen voran Samsung, haben erhebliche Summen in den Ausbau ihrer Kapazitäten gesteckt, die nun in Produktion gehen. Diese zusätzlichen Kapazitäten treffen nun auf eher verhaltene Nachfrage, weil der Absatz von Smartphones nachlässt und selbst die starke Nachfrage aus den Bereich Serverzentren den über die vergangenen Jahre erfolgten Zubau nicht kompensieren kann. Das dürfte zu einer Überproduktion und fallenden Preisen, mithin nicht gerade für ein erstrebenswertes Umfeld für einen Börsengang aussehen.

Dabei sind die Auswirkungen des Handelskrieges zwischen USA und China noch nicht einmal berücksichtigt, genauso wenig wie die Auswirkungen der Kapazitäten, die chinesischen Firmen gerade für die Fertigung von NAND-ICs aufbauen, allen voran Yangtze Memory Technologies.