Analog Devices  Auf den Systemgedanken kommt es an 

Martin Cotter, ADI: »Wir befinden wir uns im Zeitalter der „Software Defined World“ im IoT. Das erfordert gut aufeinander abgestimmte Subsysteme.« 
Martin Cotter, ADI: »Wir befinden wir uns im Zeitalter der „Software Defined World“ im IoT. Das erfordert gut aufeinander abgestimmte Subsysteme.« 

Martin Cotter, VP von ADI, erklärt im Gespräch mit Markt&Technik, welche Ergebnisse die Übernahmen der vergangenen Jahre gebracht haben und wie sich ADI künftig differenziert. 

»Künstliche Intelligenz ist noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung, aber sie wird ein wichtiger Teil in den Edge-Systemen werden; dort müssen wir KI-Funktionalitäten integrieren«, sagt Martin Cotter, Senior Vice President of Sales and Marketing von Analog Devices (ADI). In diesen Systemen, die die Daten von Sensoren aufnehmen, aufbereiten, verarbeiten und in wertvolle Informationen verwandeln, spielt die Software eine immer entscheidendere Rolle. 

Ganz neu ist das für Analog Devices nicht, denn auf dem Gebiet des Software Defined Radio und der über Software definierten Signalaufbereitung im Allgemeinen habe das Unternehmen immer eine führende Rolle eingenommen. Die im eigenen Hause vorhandene DSP-Kompetenz habe hier immer schon maßgeblich beigetragen. »Jetzt befinden wir uns im Zeitalter der „Software Defined World“ im IoT«, so Cotter. Nicht zuletzt deshalb habe ADI 2016 Inovasic übernommen, um die Smart-Automation-Kompetenz in Richtung deterministisches Ethernet und TSN für den Einsatz in der Industrie und Automotive auszubauen und so die künftigen Kommunikationsanforderungen sowohl auf Hard- wie Softwareebene erfüllen zu können.

Denn trotz alle Euphorie über die Software-Defined World und den immer höheren Anteil der Software an der Funktion der Subsysteme – die richtige Hardware ist und bleibt die Voraussetzung, um den Systemgedanken umsetzen zu können. Dazu wiederum hat ADI über die vergangenen Jahre einige aufsehenerregenden Akquisitionen durchgeführt, ein äußerst interessante und bewegte Zeit für ADI, wie Cotter erklärt. Er muss es wissen, ist er doch schon seit 33 Jahren für das Unternehmen tätig. Die bisherigen Resultate der Übernahmen sprächen nach seinen Worten für sich: Über die jetzt bereits weitgehend vollzogene Integration von Linear Technology (LTC) könne ADI die Kompetenz im Bereich der Hochfrequenztechnik und des Power-Management kombinieren. Nur so ließen sich Software-Defined Signal-Processing sowie die HF- und Power-Management-Teile der Systeme so aufeinander abstimmen, dass sie die hohen Anforderungen an EMI und hohen Wirkungsgrad erfüllen könnten.

Die Grundlage hatte dazu die Übernahme von Hittite gelegt, im Vergleich zu dem Kauf von LTC zwar eine eher kleine Transaktion, »wir haben aber sehr viel gelernt, vor allem, wie sich verschiedene Firmenkulturen integrieren lassen – die eigentliche Herausforderung, um Merger zum Erfolg zu führen«, wie Cotter erklärt. Technologisch hat die Integration von Hittite einen deutlichen Sprung nach vorne gebracht. 77-GHz-Radar, Reichweiten über 200 m hinaus und Imaging-Radar seien konkrete Beispiele für die Resultate aus dem Merger; in den Systemen für die Signalverarbeitung in der 5G-Infrastruktur ließen sich weitere zahlreiche Beispiele dafür finden. Zusammen mit der Kompetenz von LTC im Power-Managemet verfüge ADI jetzt über die wesentlichen Bausteine, um sauber arbeitende Systeme im IoT und in der Industrie-4.0-Welt entwickeln und anbieten zu können.

Ein wesentlicher Teil für den Erfolg der vernetzten Technik blieb bisher allerdings unerwähnt: die Datensicherheit. Doch auch auf diesem Gebiet hat sich ADI schon 2016 mit dem Kauf von Cyber Security Solutions zusätzliche Kompetenz verschafft, die den Kern der damals neu gegründeten Secure Technology Group von ADI bildet. »IoT und Industrie 4.0 wird noch über viele Jahre für Wachstum sorgen, wir können jetzt die dafür benötigten Systeme von aufeinander abgestimmter, sauber und effizient arbeitender Hardware über Software-Defined Signal-Processing bis zu der erforderlichen Software und Security-Funktionen aus einer Hand bieten. Das differenziert uns«, so Matin Cotter.

Analog Devices auf der electronica 2018: Halle C4, Stand 111