Foundry-Ranking Apple und Samsung – eine klassische Hass-Liebe

Die 12 größten Foundries im Jahr 2012.
Die 12 größten Foundries im Jahr 2012.

Frei nach dem Motto »Pack schlägt sich, Pack verträgt sich«, arbeiten die zwei größten Konkurrenten bei Smartphones und Tablets auf der Halbleiterseite hervorragend zusammen, was sich enorm positiv auf Samsungs Foundry-Geschäft auswirkt.

TSMC ist natürlich weiterhin ungeschlagen auf Platz Nummer 1 im weltweiten Ranking unter den Foundry-Unternehmen. Laut IC Insights ist der für dieses Jahr erwartete Umsatz von TSMC rund 4 Mal so groß wie der Umsatz von GlobalFoundries, der Nummer 2 im Markt. GlobalFoundries Umsatz wiederum soll rund 2 Mal so groß wie der von SMIC sein, der auf Platz 5 im Ranking landet.

Samsung wiederum ist der größte Foundry-IDM, also ein IDM, der auch als Foundry fungiert. Derlei Unternehmen gibt es unter den zwölf größten im Foundry-Geschäft nur drei: Eben Samsung und dann noch IBM und MagnaChip. Samsungs Umsatz wiederum soll laut IC Insights gleich 8 Mal so groß ausfallen wie der von IBM. Wobei Samsung es sogar geschafft hat, als IDM-Foundry den vierten Platz im weltweiten Ranking zu belegen.

Laut der Analyse sollen 89 Prozent des gesamten Foundry-Umsatzes – also von IDM-Foundries und reinen Foundries zusammen – in diesem Jahr auf zwölf Foundry-Unternehmen entfallen. Das sind 8 Prozent mehr als im 2009, als die Top 12 nur 81 Prozent des Umsatzes unter sich aufteilten. Wobei der Report in diesem Zusammenhang explizit darauf hinweist, dass Samsung auch erst danach angefangen hat, seine Produktionskapazitäten für Apple deutlich hochzufahren.

Samsung soll dieses Jahr zum zweiten Mal die Nummer 4 im Markt werden. Die Analysten glauben aber auch, dass das Unternehmen das Potenzial hat, UMC als Nummer 3 im nächsten Jahr ablösen zu können. Denn laut Analyse sollen sich die Fertigungskapazitäten bei Samsung für das Foundry-Geschäft Mitte dieses Jahres auf 130.000 300-mm-Wafer pro Monat erhöhen. Und mit einem angenommenen Durchschnittsumsatz von 2.500 Dollar pro Wafer könnte Samsung mit seinem Foundry-Geschäft einen Jahresumsatz von 3,9 Mrd. Dollar erzielen – also mehr als UMC in diesem Jahr erreichen wird.

Im zweiten Quartal dieses Jahres war Samsung bei weitem der größte Hersteller von Smartphones mit geschätzten 54 Mio. Stück. An zweiter Stelle folgte Apple mit rund 26 Mio. iPhones. Damit entfiel im zweiten Quartal auf Samsung und Apple rund die Hälfte aller weltweit verkauften Smartphones (168 Mio. Stück).

Und das spiegelt sich im Foundry-Geschäft von Samsung wider. Konnte Samsung zwischen 2010 und 2011 seinen Foundry-Umsatz um sage und schreibe 82 Prozent erhöhen, hält IC Insights auch in diesem Jahr einen Umsatzsprung von 54 Prozent für möglich. Damit wäre Samsung die Foundry, die auch in diesem Jahr am schnellsten wächst.

Apple und Samsung eng verbunden

IC Insights glaubt, dass 85 Prozent des Foundry-Umsatzes bei Samsung in diesem Jahr auf Apple beruht. Allerdings dürfte sich das ändern, denn Apple will auch mit anderen Foundries wie TSMC zusammenarbeiten. Damit Samsung der Foundry-Umsatz nicht dramatisch einbricht, muss das Unternehmen andere Großkunden finden. Allerdings weist IC Insights darauf hin, dass es für Apple gar nicht so einfach werden wird, eine Foundry zu finden, die die Kapazitäten und Prozesse hat, um Apples Bedarf zu befriedigen. Denn Mitte 2012 lag die Kapazitätsauslastung von TSMC über 100 Prozent, da bleibt nicht mehr viel übrig für Apple. Hinzu kommt noch, dass Apple Samsung nicht nur als Foundry nutzt, sondern ja auch Speicher-Kunde bei Samsung ist. Aufgrund dieser Verbindungen wird es wohl noch eine Weile dauern, bis Apple seine Prozessoren im großen Stile auch von anderen Foundries fertigen lässt, dass Apple nach Alternativen sucht, ist aber unbestritten.