Intels Programmable Solutions Group Altera? Don’t worry!

Roadmap für die FPGAs und SoCs von Intels PSG (Programmable Solution Group, ehemalig Altera).
Roadmap für die FPGAs und SoCs von Intels PSG (Programmable Solution Group, ehemalig Altera).

Wenn ein Unternehmen von Intel übernommen wird, stellt sich immer die Frage: Klappt die Übernahme, oder wird sie zu einer der vielen gescheiterten Übernahmen von Intel? Altera, seit fast einem halben Jahr Teil von Intel, stellt klar: Intel will mit dem FPGA-Geschäft weitermachen.

»Nach dem Merger gab es natürlich einige Fragen in der Industrie. Aber nachdem wir die Kunden besucht und mit ihnen gesprochen haben, waren sie ziemlich begeistert von den neuen Möglichkeiten, die der Merger bietet«, erklärt Alex Grbic, Vice President Product Marketing & Planning in der Programmable Solutions Group (PSG) von Intel (ehemals Altera). So habe Altera jetzt deutlich besseren Zugriff auf Intels Prozess-, Gehäuse- und Fertigungstechnologien. Grbic: »Intel ist nachweislich eines der besten Unternehmen hinsichtlich Product Execution.« Damit ließe sich die Zeit zwischen Produktankündigung und Verfügbarkeit deutlich verkürzen. Die PSG hat volle Rückendeckung seitens Brian Krzanich, CEO von Intel.

In diesem Zusammenhang verweist Grbic auf eine Aussage von Krzanich: »Intel plant, seine Investitionen in die Produkte und Technologien zu erhöhen, die unser Umsatzwachstum vorantreiben. FPGAs sind ein wichtiger Teil, um erfolgreich zu werden.« Dass dem so ist, erklärt er damit, dass FPGAs in nahezu allen Bereichen zu finden sind, in denen Intel wachsen will. Beide Technologien – CPUs und FPGAs – würden sich also gegenseitig Wachstumsmöglichkeiten zuspielen.

Den Worten von Krzanich sind laut Grbic bereits Taten gefolgt. So wiesen die R&D-Investitionen den größten Zuwachs in der Geschichte von Altera auf, vom Jahr 2000 abgesehen. Intel würde auch all sein Wissen nutzen, um den Rollout von „Stratix 10“ zu beschleunigen. Grbic: »Außerdem arbeiten wir bereits an neuen Produktentwicklungen.« Die Roadmap sieht vor, dass FPGAs und SoCs auf Basis des 22-nm-Prozesses auf den Markt gebracht werden (Code-Name: Harrisville), mit denen das Unternehmen die Anforderungen im industriellen IoT- und Automotive-Markt und in kleinen Funkzellen adressieren will.

Außerdem sind zwei Familien auf Basis des 10-nm-Prozesses von Intel geplant: Die eine Familie (Code-Name: Falcon Mesa MR) zielt auf 4,5/5G-UHD/8K-Broadcast-Video-Anwendungen, industrielles IoT und Automotive-Applikationen. Die zweite Familie (Code-Name: Falcon Mesa HE) mit höheren Kapazitäten und höheren Geschwindigkeiten ist für Cloud-Anwendungen, Terabit-Systeme und militärische Anwendungen gedacht. Darüber hinaus sei der Support der Kunden ausgebaut worden, indem die Gruppe zusätzliche Manpower erhalten hat. »Das zeigt, dass auch Intel den Support der Kunden als wichtig ansieht«, so Grbic weiter.

Zusätzlich soll die Qualität erhöht werden, weshalb mittlerweile Intel-Leute bei Altera sitzen. Und die FPGA-Tools und das dazugehörige Framework sollen weiterentwickelt werden. Das Unternehmen entwickle natürlich auch Produkte, die die Synergie von FPGA und CPU nutzen. Erstes Beispiel sind die im März gezeigten MCPs (Multi Chip Products), die eine Kombination aus Xeon-Prozessor und einem Arria-10-FPGA darstellen. Grbic abschließend: »Erste Muster sind schon bei den Kunden.«