Halbleitermarkt wächst 2012 um 3,3 Prozent Ab 2013 legen Chips wieder bis 8 Prozent zu

Der weltweite Umsatz mit Halbleitern zwischen 2010 und 2015
Der weltweite Umsatz mit Halbleitern zwischen 2010 und 2015

Um 3,3 Prozent auf 323,2 Mrd. Dollar wird der Markt für Halbleiter nach der neusten Studie von IHS iSuppli in diesem Jahr zulegen. Damit läge das Wachstum immerhin über dem Plus von 1,25 Prozent von 2011.

Wenn sich der Weltmarkt 2013 wieder erholt, rechnen die Analysten zwischen 2012 und 2015 mit deutlich höheren jährlichen Wachstumsraten zwischen 6,6 und 7,9 Prozent. Für 2015 prognostizieren sie einen weltweiten Umsatz mit Halbleitern von  397,7 Mrd. Dollar.

 »Vor allem externe Einflüsse, auf die die Halbeiterindustrie keinerlei Einfluss hat – die schwer einzuschätzende Lage, in der sich die Weltwirtschaft befindet, die Schwierigkeiten in den wichtigsten Weltmärkten USA, Europa, Japan und China – haben zum niedrigen Wachstum in den Jahren 2011 und 2012 beigetragen«, sagt Len Jelinek, Director und Chief Analyst Semiconductor Manufacturing Research von IHS. »Weil die Weltwirtschaft derzeit nicht stark genug ist, um das Wachstum zu treiben, steht die Hableiterbranche unter Druck.«

Obwohl die Verbraucher während der Weihnachtszeit 2011 durchaus elektronische Geräte gekauft und damit zum Abbau der Lager beigetragen haben, hätte dies nicht ausgereicht, den Bedarf an Chips signifikant anzukurbeln. Obwohl einige Hersteller die Produktion im dritten Quartal 2011 drosselten, hat dies Lagerbestände nicht auf ein Level reduziert, das die Vergabe neuer Aufträge ausgelöst hätte. Deshalb rechnet IHS damit, dass die Nachfrage bis ins zweite Quartal 2012 gedämpft bleibt.

Weil die Auslastung der Halbleiterfertigungen nicht vor Mitte 2012 wieder ansteigt, werden die IDMs, die ICs sowohl entwerfen als auch im eigenen Hause fertigen, laut IHS Schwierigkeiten haben, das Überleben ihrer leidenden Fabs zu sichern. Auf jeden Fall würden sie Investitionen, um die Produktivität ihrer Fabs zu erhöhen, zuncähst einmal bis 2013 aufschieben.

Speicher leiden – Kommunikations-ICs legen zu

Unter dem größten Druck stehen die Hersteller von Speichern, besonders die DRAM-Hersteller. Nach einem Umsatzrückgang von 26,8 Prozent im Herbst 2011 müssen sie für 2012 mit einem weiteren Einbruch um 16,1 Prozent rechnen. Und sogar für die NAND-Flash-Speicher, die sich 2011 noch gut entwickelt hatten, sieht der Ausblick für 2012 wenig so rosig aus, weil in diesem Jahr neue Fertigungslinien anlaufen, in die die Hersteller investiert hatten, um den Bedarf für Handys und Tabletts decken zu können.  

Dagegen wird die drahtlose Kommunikation in diesem Jahr einer der treibenden Kräfte sein. Hinter dem Wachstum stehen Media-Tabletts, Smartphones und die Industrieelektronik. Damit sich aber die gesamte Halbleiterindustrie erholen kann, müssten laut IHS der Kern-PC-Markt und der Markt für die Peripheriegeräte erst einmal signifikant wachsen. Die erste Hälfte 2012 wird also für die Hableiterindustrie eher schwierig. IHS prognostiziert einen Umsatzrückgang im ersten Quartal, eine Erholung im zweiten und ein starkes drittes Quartal.

Etwas besser als der Durchschnitt der Industrie werden weiterhin die Foundries abschneiden, etwas schlechter die IDMs, weil sie im Bereich der führenden Fertigungstechniken, die die höchsten Margen versprechen, nicht mehr sehr aktiv sind. Die Analysten raten den IDMs, dem nicht tatenlos zu zusehen und den Foundries und fabless Herstellern nicht das Feld im Bereich der führenden Fertigungstechniken zu überlassen. Dann riskierten sie nämlich eine Konsolidierung, die den rivalisierenden Foundries noch zusätzliches Wachstum versprechen würde.