Western Digital 4,7 Mrd. Dollar für Toshiba Memory

Die Fab in Yokkaichi, wo Toshiba und Western Digital ein neues Entwicklungszentrum für 3D-NAND-Flash-Speicher eröffnet haben. Mit dem Verkauf von Toshiba Memory kann es noch dauern.
Die Fab in Yokkaichi, wo Toshiba und Western Digital ein neues Entwicklungszentrum für 3D-NAND-Flash-Speicher eröffnet haben. Mit dem Verkauf von Toshiba Memory kann es noch dauern.

Fast wäre es zum Bruch gekommen, jetzt will Western Digital 4,7 Mrd. Dollar in die gemeinsame Entwicklung und Fertigung von 3D-NAND-Flash-Speichern stecken.

Das Geld wird über die nächsten drei Jahre in die Fab in Yokkaichi fließen, wo Toshiba und Western Digital ihr Joint-Venture betreiben, sowie in die neue Fab in Kitakami, die 2020 ihre Produktion aufnehmen soll. Die beiden Firmen haben sich darauf geeinigt, Kapital zu gleichen Teilen in ihre Joint-Venture-Aktivitäten investieren zu wollen. Toshiba hatte im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, pro Jahr über 2,8 Mrd. Dollar in das Gemeinschaftsunternehmen zu stecken. Über die letzten 15 Jahre hatten Toshiba und SanDisk in das Werk am Standort in Yokkaichi laut der Nikkei Asian Review rund 15 Mrd. Dollar investiert.

Dann aber hatte Western Digital SanDisk übernommen und Toshiba musste nach dem Desaster mit Westinghouse in den USA und einem Bilanzskandal in Japan  dringend Geld auftreiben, um an der Börse von Tokio notiert zu bleiben. Deshalb plante Toshiba, die Halbleiterperle, die NAND-Speicher entwickelt und fertigt, zu verkaufen, wozu Western Digital als Joint-Venture-Partner von Toshiba hätte gefragt werden wollen. Denn Western Digital hatte selber zu einem Konsortium gehört, dass Toshiba Memory übernehmen wollte. Die Präferenzen von Toshiba und der Regierung von Japan lagen aber anders und so kam der Verkauf an diese Konsortium zum Ärger von Western Digital nicht zustande. Im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Toshiba und Western Digital hatte Toshiba sogar Entwicklungsingenieure von der gemeinsamen Arbeit an den NAND-Flash-Speichern ausgeschlossen und die beiden Firmen überzogen sich mit gerichtlichen Klagen.

Nachdem klar war, dass Toshiba Memory an ein Konsortium um Bain Captial verkauft werden soll, kam der Umschwung: Beide Firmen verständigten sich im Dezember 2017 darauf, ihr Joint-Venture weiter zu führen.  Anlässlich der Eröffnung eines Entwicklungszentrums auf dem Werksgelände in Yokkaichi erklärte Yasuo Naruke, President von Toshiba Memory, erst kürzlich, dass die Unstimmigkeiten der Vergangenheit angehörten und die Kooperation weiter vorangetrieben werde.  In dem Zentrum arbeiten rund 2.000 Ingenieure, sowohl von Toshiba als auch von Western Digital.  

Verkauf noch in der Schwebe

Währenddessen ist der Verkauf von Toshiba Memory an das Konsortium um Bain Capital noch nicht abgeschlossen. So prüft noch die chinesische Antitrust-Behörde. Toshiba hatte damit gerechnet, den Verkauf bis Ende März über die Bühne bringen zu können. Zusätzlich hatte Toshiba inzwischen 600 Mrd. Yen an frischen Kapital eingetrieben, genug, um vorerst an der Börse von Tokio notiert zu bleiben. Laut Naruke sei es deshalb auch nicht mehr so wichtig, wann der Verkauf offiziell abgeschlossen werde. Er rechne für den Zeitraum zwischen April und Juni damit.