DRAMs und NAND-Flash-ICs 2019 25 bis 30 Prozent Preisverfall

Die DRAM-Preise werden im vierten Quartal voraussichtlich fallen.
Die Analysten von DRAMeXchange rechnen mit einem niedrigen zweistelligen Rückgang der DRAM-Preise im ersten Quartal 2019, einem Rückgang im hohen einstelligen Bereich für das zweite Quartal und einem Rückgang im mittleren einstelligen Bereich für das dritte und vierte Quartal 2019.

Verhaltene Nachfrage und Überkapazitäten: Das führte 2018 zu einem Preisverfall für DRAMs und NAND-Flash-ICs. Er wird 2019 anhalten.

Der DRAM-Superzyklus – die Preise kletterten über die vergangenen neun Quartale bis einschließlich dem dritten Quartal 2018 in Folge – ist zu Ende: Seit dem vierten Quartal 2018 fallen die Vertragspreise für DRAMs. Das wird sich 2019 so fortsetzen. Die Preise für NAND-Flash-Speicher könnten 2019 sogar um 25 bis 30 Prozent einbrechen – vor allem wegen dem höher als erwarteten Bit-Ausstoß einerseits und den hohen Lagerbeständen andererseits.

Die Vertragspreise handeln die Hersteller und Anwender normalerweise für das jeweils folgende Quartal aus. Preisanpassungen finden also zumeist nur einmal pro Quartal statt. Wegen der schleppenden Nachfrage und den Überbeständen in den Lagern wollen die Hersteller die Nachfrage jetzt über zusätzliche Preissenkungen anregen. Denn die in den vorausgegangenen Quartalsrunden ausgehandelten Preise haben sich als nicht mehr als wettbewerbsfähig erwiesen. Deshalb wurden die Preise in manchen Sektoren allein im November zweimal nach unten angepasst – eher seltene Ereignisse auf dem Speichermarkt. Das zeigt deutlich, dass die OEMs die Marktentwicklung nicht gerade positiv einschätzen.

Im ersten Quartal 2019 wird das DRAM-Angebot nach Ansicht von DRAMeXchange weiter steigen, weil der Anteil der ICs wächst, die mithilfe von 1Y-nm-Prozessen gefertigt werden – sowohl wegen der steigenden Ausbeuten als auch dem weiteren Kapazitätsausbau, vor allem durch Samsung in ihrer Fab in Pyeongtaek.

Erfahrungsgemäß ist aber die Nachfrage im ersten Quartal eines neuen Jahres eher verhalten. Zudem ist der Bedarf aus dem Sektor der Smart­phones aktuell weniger stark ausgeprägt als in den vergangenen Jahren. Der Preisrückgang für DRAMs, die in mobilen Geräten Einsatz finden, könnte also stärker als in den Jahren zuvor ausfallen. Deshalb geht DRAMeXchange davon aus, dass der Preisverfall auf dem DRAM-Markt insgesamt schärfer ausfällt als im vierten Quartal 2018. Insgesamt rechnen die Analysten mit einem niedrigen zweistelligen Rückgang der Preise im ersten Quartal 2019, einem Rückgang im hohen einstelligen Bereich für das zweite Quartal und einem Rückgang im mittleren einstelligen Bereich für das dritte und vierte Quartal 2019.

Überangebot, so weit das Auge reicht

Der NAND-Flash-Markt war das gesamte Jahr 2018 von einem Überangebot geprägt. Denn die Hersteller haben mehr Bits geliefert als ursprünglich erwartet, vor allem weil die Prozesse für die Fertigung der 64-Layer-3D-NANDs bereits hohe Ausbeuten liefern. Die Nachfrage nach DRAMs aber blieb aus mehreren Gründen verhalten: Die Smart­phones verkauften sich auch in der Vorweihnachtssaison nicht in den erwarteten Stückzahlen und die Knappheit der CPUs von Intel spielte ebenso eine Rolle wie der drohende Handelskrieg zwischen den USA und China.

Nun haben die NAND-Hersteller darauf reagiert und drosseln den Kapazitätsausbau etwas. Aber das saisonal bedingte schwache erste Quartal und die Lagerüberbestände werden kaum dazu beitragen, das Überangebot zu reduzieren. Nur auf dem Sektor der Enterprise-SSDs sind die Margen relativ hoch geblieben. Der Bedarf aus dem Server-Markt steigt weiterhin und deshalb liefern sich die Hersteller nun auch im Bereich der Enterprise-SSDs einen scharfen Wettbewerb. Das wird ebenfalls auf die Preise drücken. DRAMeXchange geht deshalb von einem Preisverfall von 10 Prozent im ersten Quartal 2019 aus.

Für das Gesamtjahr könnte sich das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage wieder etwas ausgleichen, weil die Hersteller den weiteren Kapazitätsausbau verzögern und auch den Übergang zu den 96-Layer-NAND-ICs nicht so schnell vollziehen wie ursprünglich geplant.

Bis zum vierten Quartal 2019 wird die Kapazität für die Produktion von NAND-Flash-ICs gegenüber dem vierten Quartal 2018 voraussichtlich um 5 Prozent gewachsen sein. Allerdings rechnet DRAMeXchange damit, dass die Kapazität für die Fertigung von 3D-NAND-ICs im selben Zeitraum um 20 Prozent nach oben springt. Deshalb wird der Vertragspreis für NAND-Flash-Produkte 2019 voraussichtlich um 25 bis 30 Prozent fallen.