US-Ingenieur und Leiter eine China-Firma 219 Jahre Haft drohen für IC-Schmuggel

Die US-Behörden gehen hart gegen Schmuggel und IP-Diebstahl vor.
Die US-Behörden gehen hart gegen Schmuggel und IP-Diebstahl vor.

Weil er für den militärischen Einsatz vorgesehene Chips nach China geschmuggelt haben soll, erwarten einen US-Ingenieur bis zu 219 Jahre Gefängnis.

Laut dem amerikanischen Justizministerium soll der 64jährige Yi-Chi Shih, der zeitweise in Los Angeles lebt, aber auch Präsident einer chinesischen Firma ist, versucht haben, Chips an Komplizen in China zu schmuggeln, die der militärischen Geheimhaltung unterliegen. Er wurde vor dem Federal Court in Los Angeles angeklagt und einem sechswöchigen Verfahren unterzogen. Offenbar hatte er Zugang zu Monolothic Microwave Integrated Circuits (MMICs) aus der Fertigung eines ungenannt gebliebenen amerikanischen Herstellers.  

Der Präsident der Firma schmuggelt selber

Shih soll die MMICs ohne das Wissen des Herstellers an die chinesische Chengdu GaStone Technology Company (CGTC) weitergeleitet haben, die gerade eine MMIC-Produktion in China aufbaut. Wie sich dann herausstellte, ist Shih Präsident der CGTC. Zu den Kunden der US-Firma hätten die US Air Force, die Navy und die DARPA gehört. Die MMICs sind unter anderem für den Einsatz in Raketen, Raketenleitsystemen, Militärflugzeugen und Radargeräten vorgesehen. Um eine offizielle Exportgenehmigung war nicht nachgesucht worden, sie wäre auch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vergeben worden.

Schon zuvor war CGTC auf den Bildschirm und die »Entity List« des US-Handelsministeriums geraten, weil es in Aktivitäten verwickelt gewesen sein soll, die gegen die nationalen Sicherheitsinteressen der Außenpolitik der USA gerichtet gewesen sind, besonders wegen des Verdachts der Beschaffung von Komponenten für den unautorisierten Einsatz für militärische Zwecke in China.

Der Angeklagte versuchte unerlaubterweise Halbleiter, die für militärischen und zivilen Einsatz gedacht waren, nach China einzuführen, er log gegenüber den Behörden und machte auch der Steuerbehörde keine Angaben zum daraus resultierenden Einkommen«, sagt US-Staatsanwalt Nick Hanna. »Wir werden die Gesetze anwenden, die den Inellectual Property unseres Landes davor schützt, von unseren Gegnern, die unsere nationale Sicherheit gefährden, gegen uns verwendet zu werden.«

Die Jury des Gerichts befand Shih in 18 Anklagepunkten für schuldig. Eine Anhörung zur Festlegung der Strafe muss noch terminiert werden. Es drohen ihm bis zu 219 Jahre Gefängnis. Ein Komplize von Shih hat sich bereits des Schmuggels schuldig bekannt, sein Strafmaß wird im September festgelegt. Ihn erwarten bis zu 10 Jahre Gefängnis.

An der Aufklärung des Falles hatten sich das Federal Bureau of Investigation, the U.S. Department of Commerce, das Bureau of Industry and Security, das Office of Export Enforcement und IRS Criminal Investigation beteiligt. Unterstützung erhielten die US-Behörden von der Royal  Canadian Mounted Police.