Technologie auf Kundenbedarf ausrichten »Zu viele Funktionen können auch abschrecken«

Matthias Klein ist neuer Geschäftsführer von Schubert System Elektronik
Matthias Klein ist Geschäftsführer der Schubert System Elektronik.

Matthias Klein ist seit Anfang des Jahres Geschäftsführer der Schubert System Elektronik. Über seine Strategie und die Neuerungen im Unternehmen berichtet er in einem Interview mit Markt&Technik.

Markt&Technik: Die ersten 100 Tage – wie ist es gelaufen?

Matthias Klein: Die ersten 100 Tage waren für mich eine sehr intensive Zeit, in der ich das Unternehmen kennenlernen und mich in alle Bereiche einfinden durfte. Schubert System Elektronik hat riesiges Potenzial und ein hochmotiviertes Team, in dem erfahrene Mitarbeiter ihr Know-how, das oft bis auf die Leukhardt-Zeit zurückgeht, einbringen können. Gemeinsam mit jungen Kollegen arbeiten sie an innovativen Technologie- und Lösungskonzepten. Bei uns herrschen eine unglaubliche Aufbruchsstimmung und eine Dynamik, die großen Spaß machen!

Welche Akzente wollen Sie setzen?

Als Unternehmen mit zwei erfolgreichen Marken – Prime Cube für modulare und hochflexible Industrie-PCs, Panels und Devices und BK Mikro für präzise Werkzeugüberwachung – haben wir eine starke Basis. Der Standort Deutschland bietet ein tolles Fundament im Hinblick auf Qualität und Innovation. Jetzt gilt es, dies zu nutzen und das Unternehmen für die Zukunft fit zu machen. Wir werden uns stetig weiter verbessern, in stetig wachsenden Märkten. Konkret bedeutet das, dass wir beispielsweise unsere Software-Kompetenz weiter ausbauen und in spannende Produktentwicklungen investieren werden. Ganz aktuell nutzen wir unser Know-how aus den komplexen, kundenspezifischen Projekten für die Entwicklung eines marktgerechten Standard-Sortiments.

An welchen neuen Produkten wird gearbeitet?

Schubert System Elektronik ist mit der Marke Prime Cube seit Jahren als anerkannter Spezialist für die Umsetzung von individuellen und flexiblen Bedienpanel-Systemen sowie komplexen HMI-Lösungen im Maschinenbau etabliert. Durch die langjährige Erfahrung mit der Entwicklung von individualisierten Konzepten konnten wir unsere Expertise stetig vertiefen. Im nächsten Schritt soll ein erweiterter Kundenkreis von diesem Wissen profitieren. Deshalb entwickeln wir aktuell eine modulare Standardproduktpalette im Bereich der industriellen Box- und Panel-PCs, die uns die Vereinfachung von Produktlösungen ermöglicht. Aus Kundenperspektive liegen die großen Vorteile in der Beschleunigung des Konfigurationsprozesses und in der Reduzierung des Entwicklungsaufwandes. In diesem Projekt legen wir auch besonderen Wert auf das Design der Produkte, um nicht nur die Optik und Bedienfreundlichkeit, sondern auch den Materialeinsatz zu optimieren. Wir können unsere Erfahrungen mit komplexen Projekten nutzen, um smarte Produkte für unsere Kunden zu realisieren, die schnell zur Serienreife gelangen.

Box- und Panel-PCs gibt es reichlich – wie kann man hier noch Neuerungen bringen?

Es geht um ganzheitliche Lösungskonzepte und die zeitgemäße Weiterentwicklung der Technologien im Zuge der veränderten Kundenbedürfnisse. Hier gibt es für uns einige Ansatzpunkte. Digitalisierung und Industrie 4.0 stehen momentan stark im allgemeinen Fokus. Die Potenziale sind immens, die Angst vor möglichen Risiken aber ebenso. Wir sehen uns als Partner unserer Kunden und möchten diese bestmöglich im Kontext von Industrie 4.0 unterstützen. Gemeinsam mit unserem Partner genua, einem Unternehmen der Bundesdruckerei, haben wir daher bereits im vergangenen Jahr ein erweiterbares Industrial-IoT-Gateway mit innovativer Softwarearchitektur entwickelt. Dieses ist in eine anerkannte Sicherheitslösung eingebettet und garantiert durch Security by Design ein besonders hohes Schutzniveau an den kritischen Schnittstellen zwischen Maschine und externem Netz. Neben höchster Datensicherheit und Kontrolle sorgt das Gateway auch für stabile Anlagenprozesse, geringere Ausfallzeiten sowie die Steigerung der Gesamtanlageneffektivität. Die Schubert Verpackungsmaschinen GmbH in Crailsheim, die an der Konzeption und Entwicklung ebenfalls initial beteiligt war, setzt das Gateway in Kürze bereits in allen Maschinen ein. Wir entwickeln das Konzept aktuell weiter und wollen es noch in diesem Jahr für einen breiteren Markt anbieten.