Software-Strategie Windows auch mit ARM-Modulen

Advantech nutzt für seine kommenden Qseven-2.1-Module die i.MX-8-Quad-Prozessoren von NXP. Welche Betriebssystemvielfalt damit möglich ist, erklärt Daniel Fichter, Business Development Manager RISC von Advantech.

Welchen Betriebssystem-Support gibt es für die neuen Module?

Daniel Fichter: Wir werden neben Linux und Android voraussichtlich Microsoft unterstützen. Das entspricht übrigens auch unserem BSP-Support für unsere i.MX-6-basierten Qseven-Module mit Quad-Core-ARM-Cortex-A9-Prozessor, sodass Kunden von dort aus ihre Designs höchst flexibel und mit einheitlichen APIs skalieren können.

 

Microsofts Windows ist ein großer Schritt.

Dank des guten Kontakts zu Microsoft und NXP haben wir als erste Firma eine erfolgreiche Portierung von Win10 IoT Core auf den i.MX 6 durchgeführt. Da ist es selbstverständlich, dass wir das neue Modul mit i.MX 8 ebenfalls für dieses OS qualifizieren wollen. Aus unserem 3,5-Zoll-Boardlevel RSB-4411 konnten wir sogar ein Microsoft Azure Certified IoT Device machen. Dieses Niveau wollen wir für unsere neue Qseven-Module ebenfalls erreichen, vorausgesetzt Microsoft und NXP spielen mit.

 

Zielen Sie damit primär auf die Microsoft Community?

Nein. Warum sollten wir? Wir analysieren den Markt aber umfassend. Und bei diesen Analysen haben wir gesehen, dass es einen immensen Bedarf nach einer zuverlässigen Lösung für den erweiterten Temperaturbereich im Low-Power-Segment gibt, der bislang auf Microsoft Windows baut und es zum Schutz der bisherigen immensen Entwicklungsleistungen auch weiter einsetzen möchte. Diese OEM suchen derzeit händeringend nach neuen Performance-Klassen, um ihr Portfolio weiterzuentwickeln und die neuen Prozessoren sind mit ihrer TDP und Performance, die bis in die Klasse der Intel-Atom-Prozessoren hineinreicht, höchst attraktiv.

 

Welche Distributionen von Linux werden von Advantech bevorzugt unterstützt?

Weltweit ist bei uns Yocto Linux und Android quasi der Standard für NXP i.MX6 und 8. Wir arbeiten hier aber auch eng mit dem britischen Linux-Distributor Canonical zusammen. Canonical ist das Unternehmen hinter Ubuntu, mit dem Advantech eine strategische Partnerschaft pflegt, um beispielsweise gemeinsam an der Zertifizierung der IoT-Gateways des Unternehmens für den Ubuntu-Core zu arbeiten. Das kommt auch den Embedded-Standardprodukten wie den neuen System-on-Modules zugute. Wir haben also auch für Ubuntu einen sehr guten Support, was Software-Umsetzungen auf unseren Boards angeht.

 

Endet der Support rund um Linux beim Betriebssystem?

Nein! Im Rahmen der von Advantech gegründeten Embedded Linux & Android Alliance – kurz ELAA – bieten wir unseren Kunden auch ein umfassendes Software-Ökosystem vom Ubuntu Core bis hin zu Unified-Remote-Management-Plattformen und gestenbasierten GUIs, um nur zwei generische Softwarelösungen unserer Partner zu benennen. Zudem stellen wir unseren Kunden umfassende Softwarelösungen in unserer Wise-Pass Cloud bereit, denn moderne Embedded-Systeme sind vernetzt und beziehen große Teile ihrer vernetzten Intelligenz aus Clouds.