Luft- und Raumfahrt-Riese United Technolgies und Raytheon fusionieren

United Technologies udn Raytheon wollen die Zukunft der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigung neu definieren.
United Technologies und Raytheon wollen die Zukunft der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigung neu definieren.

United Technologies und Raytheon wollen sich zum größten zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrtkonzern der Welt zusammenschließen.

Greg Hayes, Chairman und CEO von United Technologies, ist euphorisch: »Die Kombination von Raytheon und United Technologies wird die Zukunft der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigung neu definieren.« United Technologies erzielte 2018 mit 240.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 66,5 Mrd. Dollar, 11 Prozent mehr als 2018, davon 14 Prozent im Bereich Militär sowie Luft- und Raumfahrt, 39 Prozent in der zivilen Luftfahrt und 47 Prozent in der Industrie. Das Rüstungsunternehmen Raytheon erzielte 2018 mit 67.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 27 Mrd. Dollar, 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. United Technologies wird derzeit an der Börse mit 114 Mrd. Dollar, Raytheon mit 52 Mrd. Dollar bewertet.

Es gebe sowohl signifikante kurz- als auch langfristige Vorteile, darunter 1 Mrd. Dollar an Kostensynergien ab Jahr vier nach dem Merger. Zusätzlich würden neue Umsatzfelder über die kombinierten Techniken erschlossen. Innerhalb der ersten 36 Monate will das neue Unternehmen 18 bis 20 Mrd. Dollar an die Aktionäre fließen lassen.  

Die Überlappungen zwischen beiden Unternehmen seien eher gering, so dass weder die Hauptkunden von United Technologies, Boeing und Airbus, noch das Pentagon, an das Raytheon vor allem liefert, Grund hätten, die  Fusion zu verhindern. 2016 hatte Greg Hayes noch eine Übernahmeofferte von Honeywell abgelehnt, weil Boeing und Airbus dies seiner Meinung nach nicht akzeptiert hätten.

Aus der Fusion würde also ein Konzern entstehen, der die zivile und die militärische Luft- und Raumfahrt umfassen würde. Zuvor wird sich United Technologies wie ursprünglich geplant noch von Otis (Aufzüge) und Carrier (Klimaanlagen/Klimatechnik) trennen. Denn im vergangenen Jahr hatte United Technologies den Zulieferer Rockwell Collins für 23 Mrd. Dollar übernommen, der sich auf Bordelektronik und Innenausstattung von Flugzeugen spezialisiert hat.  Deshalb wollte sich United Technologies auf die Luft- und Raumfahrt-Aktivitäten konzentrieren und die beiden anderen Sparten in die Unabhängigkeit entlassen.

»Merger of Equals« nennen die beiden Firmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung den Zusammenschluss, der in der ersten Hälfte 2020 abgeschlossen sein werde. Ganz so sieht es nicht aus: United Technologies wird einen Anteil von 57 Prozent, Raytheon von 43 Prozent am neuen Unternehmen halten. In dem neuen Unternehmen werden die Pratt&Whitney-Aktivitäten (Turbinen für Flugzeuge) mit den Tomahak- und Patriot-Raketensystemen von Ryatheon sowie die Sektoren Radar, Munition und Cybersecurity zusammen gelegt.

Tom Kennedy, bisher Chairman und CEO von Raytheon, wird zum Executive Chairman von Raytheon Technologies ernannt, Greg Hayes, der 2014 an die Spitze von United Technologies gerückt war, wird CEO von Raytheon Technologies. Zwei Jahre nach Abschluss der Transaktion wird Hayes Chairman und CEO. Im 15köpfigen Board of Directors werden sieben Vertreter von Raytheon und acht Vertreter von United Technologies sitzen.