Trends des Embedded Computing Unbeirrt beständig

Unbeeindruckt von potenziellen äußeren Störeinflüssen konzentriert sich die Embedded-Computer-Branche auf die Weiterentwicklung ihrer Standards und die Anpassung auf die kommenden Kundenanforderungen.

Die Embedded-Computing-Branche befindet sich auf der Erfolgsspur, und die Geschäfte laufen allgemein gut. »Erfreulich sind die gute Nachfrage nach neuen Technologien und die Investitionstätigkeit der Firmen, die wir in ganz Europa verzeichnen können«, erklärt Wolfgang Eisenbarth, Managing Director von Portwell Deutschland. Die politische Aufregung über den Brexit wirkt sich bislang wirtschaftlich weniger dramatisch aus. »Die Brexit-Effekte treffen uns aktuell „nur“ durch den Verfall des britischen Pfunds. Diesen Währungsverlust konnten wir nicht komplett abfangen.

Für unsere britischen Kunden sind die Produkte, die sie bei uns einkaufen, jetzt natürlich deutlich teurer«, berichtet Markus Mahl, Head of Product Marketing Embedded Solutions von Data Modul. »Wie sich das auf den Absatz ihrer Produkte auswirkt, kann man jetzt noch nicht absehen. Die Bedarfe unsere britischen Kunden sind aktuell sogar gestiegen.« Dem Wertverlust des Pfundes versuchen einige Kunden zu entkommen, wie Eisenbarth beobachtet hat: »Wir sehen eine Nachfrage nach Bezahlungskonditionen in US-Dollar statt in Britischen Pfund. Mit der Abkehr vom Pfund wird wohl versucht, die derzeitigen Schwankungen abzumildern.«

Eine weitere Entwicklung, die von außen auf die Embedded-Branche einwirken könnte, ist die momentane Welle an Firmenübernahmen im Halbleiterbereich. »Die Konsolidierung ist ja hauptsächlich getrieben durch die enormen Überkapazitäten in der Branche und dem zwingenden Grund, die Entwicklungskosten zu senken und Produkte zu entwickeln, die auch nachhaltig Profite erwirtschaften. Bei der schnellen technologischen Weiterentwicklung müssen Zusammenschlüsse stattfinden«, erklärt Dirk Finstel, CEO EMEA von Adlink Technology. Er sehe keine kurz- oder mittelfristigen Engpässe, es werde aber Anpassungen der Produktlinien geben, die sich auf die Lebenszeit auswirken können. »Manche Komponenten haben 16 bis 18 Wochen Lieferzeit, aber generell ist die Verfügbarkeit sehr gut«, ergänzt Dr. Rudolf Wieczorek, s&t embedded Deutschland. Wie die Branche praktisch das Thema angeht, beschreibt Peter Müller, Head of Portfolio Management Standard Products von Kontron: »Eine Konsolidierung von verwendeten Bauteilen in einer Approved Vendor List ( AVL ) gibt eine klare Vorgabe an die R&D. Dadurch wird jeglicher „Wildwuchs“ von Standardkomponenten verhindert, der zum einen die Beschaffung erschwert und zum anderen dazu führt, dass man leichter ein Opfer von Allokationen und einer Verknappung von Bauteilen wird.«