Dauerbrenner AMD Geode Spielzeitverlängerung

congatec bietet Langzeit-Support bis ins Jahr 2021 für AMDs Geode-LX-800-Prozessor-basierte ETX- (links im Bild) und XTX-Computermodule

congatec macht AMDs Geode-Prozessor auf ETX- und XTX- Modulen bis 2021 verfügbar. Das sind insgesamt 16 Jahre – also deutlich länger als die am Embedded-Prozessor-Markt üblichen sieben Jahre.

Christian Eder, Director Marketing von congatec, erklärt die Bedeutung dieser Verlängerung.

Markt&Technik: congatec hat mit AMD eine Partnerschaft zum Langzeitsupport der Geode-Prozessoren geschlossen. Was ist genau ist Gegenstand dieser Partnerschaft?

Christian Eder: Es geht wie immer um die Zusammenarbeit beim Kundensupport. Auch nach dieser langen Laufzeit entstehen nämlich Herausforderungen, weil beispielsweise andere Bauelemente abgekündigt worden sind und dann wieder der Support des Prozessorherstellers gefragt ist. Solche Leistungen sind sicherzustellen und deshalb haben wir uns die entsprechende Unterstützung seitens AMD bestätigen lassen.

Haben die Kunden sich nicht schon längst sich Module als Last Order ins Lager legen müssen, da andere Obsoleszenzen dies forderten?

Nein. Es ist durchaus so, dass ETX- und XTX-Computermodule noch in größeren Losgrößen gefertigt werden. Sie müssen immerhin berücksichtigen, dass diese beiden Formfaktoren die weltweit führenden ihrer Klasse waren und haben bis 2012 mehr Umsatz per Anno generiert haben als der Nachfolgestandard COM Express, der von der PICMG schon 2005 offiziell eingeführt wurde. Und auch wenn wir heute nicht mehr viel über diese beiden Formfaktoren reden, so ist hier noch immer Substanz vorhanden. So liefern wir immer noch jährlich eine fünfstellige Zahl an Computer-Modules mit AMD-Geode-LX-Prozessoren aus – und das mit steigender Tendenz!

Wie kann es sein, dass die Nachfrage steigt?

Weil andere Lieferanten abspringen und keine XTX- oder ETX-Module mehr liefern. Diese Kunden migrieren dann gerne zu einer funktionsidentischen Komponente, die der Standard ja bietet und von der wir ja auch immer sprechen, wenn wir die Computer-on-Module-Standards den Kunden vorstellen. Hier haben wir nun einen echten Beleg für diesen Benefit.

Diverse Regularien haben dazu geführt, dass man alte Technik einstampfen musste. Warum hat der Geode-Prozessor es trotzdem geschafft, so lange Jahre Bestand zu haben und nach der Verlängerung in 2016 nun nochmals zwei weitere Jahre mehr Lieferzeit zu bekommen?

Es ist richtig, dass viele Halbleiter nicht mehr neu aufgelegt worden sind, weil sie halogenisierte Substrate enthielten. Dies hat die ganze Branche betroffen und auch Intel hat so manchen Prozessor deshalb nicht in die Verlängerung genommen, sondern Alternativen ins Spiel gebracht. AMD hat hingegen diese Herausforderung als Chance gesehen und den AMD-Geode-Prozessor mit einem nicht -halogenisierten Substrat qualifiziert – praktisch ohne Änderungen bei Prozessorform, -abmessungen, und -funktion, sodass alle Qualifikationskriterien von AMD weiterhin erfüllt blieben.

Und zudem war AMD Geode auch Profiteur der Umstellung auf Bleifrei.

Exakt. Im Jahr 2005 hatten wir eine große Umstellungswelle und der AMD-Geode-Prozessor war damals führend in seiner Kategorie. Damit kommt eins zum anderen, denn wer eine große installierte Basis hat, der wird auch noch über viele Jahre hinweg im Markt zu finden sein. Das ist nun mal typisch bei der Embedded-Computer-Technologie.

Wo ist der Markt für diese doch vergleichsweise alte Technik?

Der AMD-Geode-Prozessor sowie auch die ETX- und XTX-Module zeichnen sich immer noch durch eine gute Rechenleistung pro Watt und vor allem durch den Support von ISA und PCI aus. Diese beiden Busse findet man heute nicht mehr auf neuen Prozessorplattformen. In der letzten Dekade waren diese aber dominierend für kundenspezifische Erweiterungen. Wer mit dieser Performance auskommt, hatte keinen Bedarf, zu wechseln.