Expertenrunde zu Software-Trends Software zuverlässiger machen

Richtiges Konzept ist wichtig

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für Christian Blersch ist die Form, in der Building Block geliefert werden: »Wenn man Zugriff auf den Source Code hat und somit auch eventuell später auftretende Fehler beseitigen kann, welche von dem Hardware-Anbieter nicht mehr behoben werden, weil beispielsweise das Produkt schon zu alt ist, dann ist das sicher sinnvoll. Wenn man jedoch nur den Object Code erhält, dann wäre ich sehr vorsichtig, da man im Ernstfall praktisch kaum eine Möglichkeit hat, das Problem zu beheben.«
»Egal ob es der Hardware-Anbieter ist, der Software anbietet, oder wer nun welche Aufgabe übernimmt – entscheidend ist bei kundenspezifischen Lösungen für die Industrie der Systemansatz, bei dem Hard- und Software nicht getrennt voneinander betrachtet werden«, mahnt Frank Behrmann, Business Development Manager Software von Hy-Line Computer Components. »Dabei ist es schon bei der Konzeption der Anwendung entscheidend, die Lösung aus funktionaler Sicht zu betrachten und nicht schon am Anfang in Hardware- und Software-Aufgaben zu teilen. Anhand von klaren Anforderungsprofilen kann so ganzheitlich mit den passenden Hard- und Softwarekomponenten und den optimalen Schnittstellen eine Systemlösung entwickelt werden, die optimal aufeinander abgestimmt ist und eine sichere Funktion des Gesamtsystems gewährleisten kann.«
Selbst wenn die Sicherheit gewährleistet ist, müssen manchmal Patches der Software eingespielt werden, weil beispielsweise Zusatzfunktionen oder Änderungen aufgrund gesetzlicher Maßnahmen hinzukommen müssen. Dann stellt sich auch die Kostenfrage. »Maßnahmen wie Bug- und Security Fixes sowie Verbesserungen sind grundlegender Teil eines Software-Lebenszyklus – nicht nur bis zur Installation der Software, sondern darüber hinaus bis zur Abkündigung derselben, sprich: für die gesamte Zeit ihrer Nutzungsdauer. Schlussendlich darf man dies nicht als Kostenfaktor, sondern als Mehrwert der Software betrachten, da ohne ihn die Kosten durch Fehler und Ausfall wesentlich höher sein können«, erklärt Volkmar Kaufmann.
Besonders heikel ist das Thema Security. Trotz mustergültigem Entwicklungsprozess kann hier eine Nachbesserung notwendig werden, weil neue Angriffsmethoden entdeckt wurden – zum Beispiel die Side-Channel-Angriffe auf den Cache der Prozessoren. »Immer mehr Kunden verlangen eine Strategie vom Hardware-Lieferant für Security Patches der mitgelieferten Betriebssysteme. Oft wird dieses Thema aber unterschätzt. Man muss sich klar werden, dass das strukturierte Verfolgen von Security Patches und der logistische Prozess für das Update der Geräte im Feld Ressourcen benötigt und bezahlt werden muss«, betont Norbert Hauser, Vice President Marketing von Kontron.