Computer-on-Module-Standard SMARC 2.0 final spezifiziert

Die Standardization Group for Embedded Technologies (SGET) hat die finale Version 2.0 der SMARC-Spezifikation veröffentlicht. Bei den Schnittstellen kam es dabei zu einigen Änderungen.

In der SDT.01 Workgroup der SGET waren sich alle teilnehmenden Unternehmen einig, dass nach der letzten SMARC-Spezifikation 1.1, die im Dezember 2012 veröffentlicht wurde, ein größeres Update nötig war. »Das Mandat umfasste die Aufgabe, eine neue Version 2.0 zu erstellen. Trotz eines erweiterten Feature-Sets sollte die Kompatibilität zum V1.1-Pinout so weit wie möglich erhalten bleiben. Ausgewählte V1.1-Pins, die mittlerweile kaum benutzt mehr werden, sollten für neue Interfaces verwendet werden«, erklärt Martin Unverdorben, Chairman der SDT 01 Workgroup. »Das Team folgte dem Prinzip, dass es zu keinen Schäden kommen soll, wenn ein V1.1-kompatibles Modul in einem V2.0-Trägerboard betrieben wird. Dies gilt auch im umgekehrten Fall, wenn ein V2.0 kompatibles Modul in ein V1.1-Trägerboard gesteckt wird.«

In der Praxis stellte sich heraus, dass manche der früheren Interfaces nur sehr selten benutzt wurden, beziehungsweise mittlerweile mit moderneren Varianten ersetzt wurden. Aus diesem Grunde sind folgende Interfaces aus der jetzigen Spezifikation herausgenommen: Parallel Camera Interface, Parallel Display Interface, PCI Express Presence und Clock Request Signale, Alternate Function Block, SPDIF, einmal I2S (von bisher drei) und eMMC.

Dafür wurden in der SMARC-2.0-Spezifikation folgende Interfaces hinzugefügt: zweiter LVDS-Channel, zweiter Ethernet-Port, IEEE1588-Trigger-Signale, vierte PCI Express Lane, weitere USB-Ports (jetzt insgesamt sechsmal USB 2.0 plus zweimal USB-3.0-Superspeed-Signale), x86-Power-Management-Signale, eSPI und DP++. »Insgesamt besehen ist SMARC 2.0 nun bestens geeignet sowohl für x86- als auch für ARM-Prozessoren, und es werden deutlich mehr Multimedia-Interfaces als bisher unterstützt«, betont Unverdorben. Zudem sind jetzt bis zu drei Digital-Displays möglich. So kann als Primary-Display 2 x 24-Bit-LVDS oder eDP (4 Channels) oder MIPI DSI (4 Channels) verwendet werden, das Zweit-Display kann entweder HDMI oder DP++ sein, und das dritte Display könnte über DP++ angesteuert werden.

Das finale Dokument mit den Spezifikationen wurde soeben auf der Website von SGET veröffentlicht. Es ist frei verfügbar und herunterladbar gemäß den SGET-Nutzungsbestimmungen – sowohl für SMARC-Entwickler als auch für Anwender und Anbieter von Trägerboards. Es wird erwartet, dass die ersten kompatiblen Produkte gemäß der neuen SMARC-Spezifikation-2.0 von Mitgliedsunternehmen der SGET demnächst verfügbar sind.