Maker Board verbindet Welten Ryzen-Board mit Arduino-Controller

Udoo Bolt packt AMDs Ryzen-Embedded-V1000-Prozessoren auf nur 12 cm × 12 cm.

Das erfolgreiche Kickstarter-Projekt »Udoo Bolt« stellt AMDs Ryzen-Embedded-V1000-Prozessoren im Nano-ITX-Format (12 cm × 12 cm) zur Verfügung und ergänzt sie mit einem Arduino-Controller als Koprozessor.

Das Udoo-Bolt-Board ist anders als andere Embedded-Computer-Baugruppen: Es basiert auf Open-Source-Werten und nutzt Arduino- und Grove-Erweiterungsschnittstellen. Deshalb werden auf der Website der Entwickler nicht nur die fertigen Produkte verkauft, sondern auch alle benötigten Ressourcen wie 3D-Dateien, Schaltpläne, Stücklisten unter Open-Source-Lizenz zur Verfügung gestellt.

Dahinter stehen jedoch keine Bastler im Sinne von Hobbyisten, sondern etablierte Firmen: Udoo Bolt ist das Ergebnis einer gemeinsamen Arbeit des italienischen Embedded-Computing-Anbieters Seco und Aidilab. Seco entwickelt und produziert bislang jedes Produkt der Udoo-Familie mit einer eigenen Fertigungseinheit, die seit 2003 nach ISO 9001 zertifiziert ist. Aidilab – ein Interaction Design Lab von Künstlern, Designern und Ingenieuren – ist für die Pflege der Udoo-Community verantwortlich, kümmert sich also um die Entwicklung von Soft- und Hardwareanwendungen für die Udoo-Familie und die weltweite Verbreitung der Open-Source-Philosophie von Udoo.

Der Unterschied zur Vermarktung klassischer Embedded-Boards ist bei Udoo Bolt die breitere Zielgruppe, denn es werden nicht nur klassische OEM-Kunden adressiert, sondern auch Maker, Tüftler, Studenten und Privatpersonen können sich am Projekt beteiligen. Letztlich soll sich so eine sehr große Community bilden, die komplett vom Open-Source-Gedanken profitiert. Die Entwickler solcher Projekte profitieren von einer von Anfang an gesicherten Finanzierung, für Unternehmen wie Seco ergibt sich ein weiterer Absatzkanal für ihre Entwicklungs- und Fertigungsdienstleistungen.

Sinnvoll sind solche Fundraising-Projekte im Bereich der x86-Embedded-Computer-Technologie aber meistens nur dann, wenn ein exzellenter 64-bit-Embedded-Computing-Core dahintersteht, denn gegenüber kleineren Maker-Boards mit 8- oder 32-bit-Prozessoren sind die Kosten vergleichsweise höher und damit die Zielgruppe grundsätzlich auch kleiner als bei einfachen Arduino-Shields. Bei den neusten Hochleistungsprozessoren sind zudem auch komplexere Integrationsarbeiten zu leisten. Das Linux- und Windows-10-kompatible Udoo-Bolt-Board ist für Multimedia-Applikationen mit Bildverarbeitung gedacht. Dafür bietet es die sehr leistungsfähige, im Prozessor integrierte AMD-Vega-Grafikarchitektur mit High-Dynamic-Range-Imaging (HDR) und Radeon-FreeSync-2-Technologie. Es ist zudem eines von wenigen Angeboten auf dem Markt, die von Haus aus vier unabhängige 4k-UHD-Monitore unterstützen und bis zu 60 fps liefern.