Es muss nicht immer Atom sein RISC-CoM von Qseven inspiriert

F&S Elektronik lehnt sich für sein Computer-on-Module (CoM) »QBliss« an das Qseven-Konzept an, nutzt aber statt eines x86-Prozessors eine ARM-basierte Cortex-A8-CPU.

Fast allen Bus-Systemen und CPU-Modul-Standards ist eine deutliche Affinität zu einer Prozessorarchitektur anzusehen. Nicht verwunderlich, denn oftmals wir ein Embedded-»Standard« von einer Baugruppe abgeleitet, die durch ein einzelnes Kundenprojekt entstanden ist, aber vom Konzept her für viele Anwender von Interesse sein kann. Es gibt auch Embedded-Board-Konzepte, die von Anfang an auf die Roadmap eines Herstellers setzen, um möglichst lange »aktuell« zu sein - in letzter Zeit sind so viele der Atom-Modul-Standards entstanden. Damit sind natürlich Funktionsumfang, Busstruktur und Schnittstellenauswahl sehr schnell prozessorabhängig und ein Architekturwechsel nur schwer möglich.

Einen prozessorunabhängigen Bus bzw. Schnittstellenauswahl zu definieren, bedeutet meistens den kleinsten gemeinsamen Nenner verschiedener CPUs zu finden - damit schließt sich allerdings die Nutzung individueller Prozessorstärken aus.

Unabhängig vom Prozessor spricht so manches Embedded-Board-Konzept sowohl Anbieter als auch Anwender an, denn die eine oder andere Besonderheit des »Standards« deckt entscheidende Bedürfnisse des Interessenten ab. Dies können beispielsweise die Abmessungen, das Steckverbinder- oder Kühlkonzept sein. Die Idee das Beste aus den zwei Welten - Prozessor und Standard - zu vereinen liegt also nahe; die Umsetzung ist aber meist nicht einfach.

F&S Elektronik ist seit 20 Jahren im Bereich der Single Board Computer und CoMs tätig. Sowohl die Entwicklung wie auch die Fertigung finden in Stuttgart statt. Zu den schon seit vielen Jahren vorhandenen Formfaktoren NetDCU, PicoMOD und PicoCOM, bietet F&S Elektronik ab der embedded world 2010 auch ein RISC-Board im QSeven-Stil an. Ziel dabei ist es, den Kunden die Qseven mit Atom-CPU einsetzen, die Möglichkeit anzubieten, mit »QBliss« auf ein »kompatibles« Board mit RISC-CPU umzusteigen. Vier Gründe sprechen nach Ansicht von F&S für einen Architekturwechsel: Low Power (etwa 1,5 Watt), kurze Bootzeit (5 s bis 8 s), geringe Lizenzkosten bei Windows CE 6.0 und der günstige Board-Preis. Damit eröffnen sich Anwendungen besonders in mobilen Applikationen bei denen kompakt, energiesparend, kostengünstig, robust und zuverlässig wichtige Merkmale sind.

Eine vollständige Kompatibilität zu Qseven erreicht QBliss allerdings nicht. So werden »nur« 90 Prozent der vom Qseven-Standard vorgesehenen Schnittstellen bedient - allerdings bieten auch nicht alle Atom-basierten Qseven-Module den vollständigen Schnittstellensatz.

Die auf dem Erstling »QBlissA1« verwendete Cortex-A8-CPU ist mit 800 MHz getaktet und bietet neben einer hohe Rechenleistung auch Multimediafunktionen wie 2D, 3D, 5-Window-Layers und MPEG4/H264 Dekoder (720p mit 30 fps). Das QBlissA1-Modul ist mit 256 MByte RAM und 1 GByte Flash ausgerüstet und bietet Schnittstellen wie USB 2.0 (Host/Device), Ethernet, AC97, I2C, SPI aber auch CAN, GPIO, UART und Touch (4 Draht). Für Speichererweiterungen stehen SDHC und SATA zur Verfügung. Das Display kann über LVDS (bis XGA-Auflösung) oder HDMI angeschlossen werden.

Die von F&S seit mehr als 10 Jahren gesammelte Erfahrung mit Windows CE (Bootloader, Kernel, SDK, BSP, Treiber) fliest in das QBlissA1 mit ein und verhilft den Kunden zu einem schnelleren Abschluss der Entwicklung unter Windows CE. QBlissA1 steht mit angepasstem Windows CE 6.0 R3 (Bootloader, Kernel, Schnittstellentreiber,etc.) oder auch mit angepasstem Linux 2.6.28 (uboot, BSP, Buildroot, QT, etc.) zur Verfügung. Für die Entwicklung unter Windows CE 6.0 ist zusätzlich noch VS.NET 2005/ 2008 (C++, C#, Basic) notwendig. Ein vierstündiger Workshop und ein Forum auf der F&S Hompage ergänzen das Supportangebot von F&S Elektronik.

F&S Elektronik Systeme
embedded world: Halle 9, Stand 432