Absatz schrumpft Netbook vor dem Aus - Intels Atom auch?

Netbooks sind die größten Abnehmer für Intels Atom-Prozessoren, allerdings ist die Zukunft für diese Produktgruppe ungewiss - eine Anpassung der CPU-Roadmap wird dadurch wahrscheinlich.

Kunden in den Schwellenländern Südostasiens, Südamerikas und dem Mittleren Osten greifen verstärkt zu Tablet-PCs und brechen so als wichtige Absatzmärkte für die kleinen und einfachen Notebooks weg. Da die Soft- und Hardware-Kosten durch Windows 8 steigen, unter anderem durch Lizenzkosten und die aufwändigeren Touchscreens, üben sie zusätzlich Druck auf die Netbook-Hersteller aus.

Erste Reaktionen sind bereits bei den beiden größten Anbietern von Netbooks zu beobachten: Asustek beendet die Produktion seiner »Eee PC«-Netbooks, die dieses Geräteformat ursprünglich weltweit populär gemacht haben. Von Acer wurde zwar noch kein offizielles Aus verkündet, allerdings hat das Unternehmen auch keine neuen Netbooks angekündigt, was von vielen Marktbeobachtern ein klares Zeichen für das nahende Ende ist.

Mit dem Aus für Netbooks verbleiben für Intels Atom-Prozessoren nur noch deutlich kleinere Märkte, unter anderem Embedded Systeme. Angesicht der Dominanz von ARM-Prozessoren bei Tablet-PCs, ist ein dem Netbook vergleichbaren Erfolg für Atom in diesem Segment eher unwahrscheinlich.

Eine Anpassung der Roadmap ist daher nur eine Frage der Zeit. Intel bleiben praktisch nur zwei Optionen: Entweder man versucht stärker im Bereich der Mobiltelefone voran zu kommen, was vermutlich mit starken Architekturänderungen und Kompatibilitätsverlusten einher geht, oder man gibt die Serie komplett auf und versucht die verbliebenen Kunden von den anderen Prozessorserien zu überzeugen. Bei den Mobiltelefonen konnte Intel neben Lenovo, Orange und dem indischen Hersteller Lava jetzt auch ZTE als Anbieter für Atom-basierte Smartphones gewinnen. Die Frage ist jetzt, ob die "Intel-Phones" sich in der Masse durchsetzen und so das wegbrechende Netbook-Geschäft ausgleichen können.