Windows 10 für Raspberry Pi 2 Microsoft entdeckt sein Herz für die Maker-Community

Der Vorstellung des neuen Raspberry Pi 2 am 2. Februar folgte ein echter Paukenschlag: Microsoft stellt Windows 10 für den Raspberry Pi 2 kostenlos zur Verfügung. Hinter dieser Ankündigung steckt eine Kehrtwende und ein geschickter Schachzug des IT-Giganten.

Das neue Betriebssystem Windows 10 wurde letzten Herbst angekündigt und soll 2015 auf den Markt kommen. »Our new Windows must be built from the group up for a mobile first cloud first world«, erklärte Terry Myerson, Executive Vice President, Operating Systems Group (OSG) von Microsoft.  In dieser Ankündigung steckt bereits eine Kehrtwende.  Und das aus gutem Grund: Zu dieser Zeit arbeitete die Raspberry Pi Foundation bereits eng mit Microsoft zusammen, um Windows 10 auch auf den neuen Pi 2 zu bringen. Ein Novum, denn bisher war die Maker- Community - sprich Open Source Gemeinde - dem Giganten Microsoft relativ egal. Unterstützt wird  zwar von MS das Intel Galileo Board, das aber in der Leistung und dementsprechend auch im Preis deutlich über einem Low Cost Board wie dem Raspberry Pi liegt. Raspberry Pi war nicht der erste aber bislang das weitaus erfolgreichste SBC für die Maker-Szene. Wer mit der Raspberry Pi Foundation kooperiert, will dazugehören. Ob das die Maker-Community auch so sieht, bleibt abzuwarten. Ein echter Maker setzt auf Linux und rümpfte bei Microsoft bislang eher die Nase.     

 
Genau dieses Image will Microsoft nun anscheinend abstreifen: Denn wer mitspielen will im Internet der Dinge, muss sich mit der Maker-Kultur auseinandersetzen:  Längst hat hier ein Paradigmen- und Imagewechsel stattgefunden. Maker sind keine verschrobenen Bastler sondern kreative Köpfe, die in vielen Fällen ihre Ideen als Start-Up-Unternehmer erfolgreich auf den Markt bringen. Auf diese Weise sprießen innovative Applikationen für das Internet-of-Things  nur so aus dem Boden.  Dabei möchte künftig nun auch Microsoft ein Wörtchen mitreden:  »We see the Maker community as an amazing source of innovation for smart, connected devices that represent the very foundation for the next wave of computing, and we’re excited to be a part of this community«, verkündet Microsoft in seinem IoT Developer Program. Den Raspberry Pi 2 als Türöffner zur Maker Community zu nutzen, ist in der Tat ein äußerst geschickter Schachzug.  Und auf diese Weise rückt Microsoft auch ein Stück näher an ARM heran: Der Raspberry Pi 2 basiert schließlich auf einem ARM Cortex A7.

Hohe Erwartungen sind also geweckt, aber noch gibt es das Betriebssystem für den Pi 2 nicht. Erst im Herbst soll es soweit sein. Zur Verfügung stehen wird es dann über die Windows Developer Platform for IoT: Interessierte können sich dort auf der Microsoft-Seite für die Early Adopter Community registrieren.

Diese Ankündigung von Microsoft soll erst der Anfang gewesen sein. Nach Auskunft von Eben Upton, Erfinder des Raspberry Pis und CEO der Raspberry Pi Foundation, hat Microsoft in Zusammenhang mit dem Raspberry Pi »noch viel mehr vor«.

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