Strategieanpassung Mehr schlüsselfertige IPCs

Martin Kristof, ADL Embedded Solutions

»Unsere Kunden fragen 
zwischenzeitlich fast durchgängig sehr spezifische Lösungen an, 
die weit mehr als nur 
ein CPU-Board beinhalten.«
Martin Kristof, ADL Embedded Solutions: »Unsere Kunden fragen zwischenzeitlich fast durchgängig sehr spezifische Lösungen an, die weit mehr als nur ein CPU-Board beinhalten.«

ADL Embedded Solutions erweitert seine Unternehmensausrichtung in den System-Design-Bereich hinein. Die Hintergründe erklärt Martin Kristof, Geschäftsführer der ADL Embedded Solutions GmbH.

Markt&Technik: Warum jetzt der stärkere Fokus auf das Systemgeschäft?
Martin Kristof: ADL Europe hat von Beginn an auf Systemlösungen gesetzt. Die laufenden Projekte der letzten Jahre zeigen, dass Kundenanforderungen oftmals mit Standard-IPC-Systemen nicht realisiert werden können. Darüber hinaus sinkt die Anzahl der Projekte, bei denen nur ein CPU-Board benötigt wird.

In welchen Branchen waren die Nachfrageverlagerungen zu beobachten?

Speziell im Bereich Industrieautomation und in der Verkehrstechnik erleben wir eine starke Zunahme des Bedarfs an Komplettlösungen. Auch High-IP-Klassen, die in fast allen Industriemärkten ihren Einsatz finden, sind sehr gefragt.

Wie stark ist die Nachfrageverlagerung?

Unsere Kunden fragen zwischenzeitlich fast durchgängig sehr spezifische Lösungen an, die weit mehr als nur ein CPU-Board beinhalten. Von daher können wir sagen, dass die Verlagerung sehr stark ist.

Ist der Aufbau einer »Standard-IPC«-Produktpalette geplant, oder sollen nur kundenspezifische IPCs entwickelt werden?

Im Moment fokussieren wir uns eindeutig auf die kundenspezifischen Lösungen. Bei der Erweiterung des Angebots an Standardkomponenten verfolgen wir das Ziel, die Systemlösungsentwicklungen zu erleichtern. So entsteht eine Art Baukasten, aus dem wir uns für die Kundenlösungen bedienen. Der Vorteil liegt hierbei in einer Verkürzung der Entwicklungszeiten und einer höheren Betriebssicherheit, weil die Komponenten erprobt sind.

Wie geht es mit dem Board-Geschäft weiter?

ADL wird auch künftig sicherstellen, dass geeignete CPU-Plattformen für hohe Leistung und verschärfte Umgebungsbedingungen zur Verfügung stehen. Die Anzahl an verschiedenen Typen wird abnehmen, aber durch innovative Funktionen (BIOS/SW) wird der mögliche Einsatzbereich vergrößert. Außerdem hat der Formfaktor der Boards immer weniger Relevanz, aber mehr denn je hat ’Made In Germany‘ einen hohen Stellenwert.

Könnten bei den schlüsselfertigen IPCs auch CPU-Boards von anderen Herstellern zum Einsatz kommen?

Nein. Wie in der Branche hinreichend bekannt, setzen wir auf eine sehr enge Partnerschaft mit Beckhoff und nutzen auch die Vorteile gemeinsamer Hardwareplattformen. Der Kundennutzen besteht darin, dass durch den flächendeckenden Einsatz in vielen Branchen eine sehr hohe Betriebssicherheit gewährleistet ist.

Was gibt es auf der embedded world Neues zu sehen?

Dieses Jahr konzentrieren wir uns darauf, die Breite der möglichen Anwendungen zu zeigen. Der Bedarf unserer Kunden steht im Mittelpunkt. Deshalb zeigen wir vor allem die Möglichkeiten kundenspezifischer Anpassungen in den systemkritischen Funktionen wie Batteriemanagement (USV-Funktionalität), Leistungsanpassung durch variable Taktung, intelligente Lüftungssteuerungen, effiziente Kühllösungen sowie geeignete Peripherie- und Gehäusekomponenten. Zur Ergänzung zeigen wir einige High-IP-Integrationen, in denen unsere neuen CPU-Boards zum Einsatz kommen.