EMS-Geschäft in Fernost betroffen Kontron stellt Strafantrag

»Wir haben den begründeten Verdacht, dass wir Opfer eines Betruges wurden«, erklärt Ulrich Gehrmann, CEO von Kontron. »Unsere ersten Recherchen haben ergeben, dass Kunden, Subunternehmer und lokales Management in unserem malaysischen EMS-Geschäft offensichtlich betrügerisch zu Lasten von Kontron zusammengewirkt haben - wir haben deshalb die entsprechenden zivil- und strafrechtliche Maßnahmen eingeleitet.«

Der Vorstand sah sich zu dieser Maßnahme gezwungen, nachdem vertraglich vereinbarte Bankgarantien nicht innerhalb der vereinbarten Frist vorgelegt werden konnten. Bei den Schuldnern handelt es sich um Kunden von Kontron Malaysia im Electronic-Manufacturing-Service-Geschäft (EMS), bei dem Kontron Projektmanagement, Entwicklungsverifikationen und Auftragsfertigungen in größerem Volumen übernimmt. Kontron Malaysia hat diese Kundenaufträge durch Subunternehmer abwickeln lassen. Dabei bestehen die Geschäftsbeziehungen teilweise seit 2007, Zahlungsverpflichtungen wurden über Jahre erfüllt.

Kontron bildet jetzt eine Risikovorsorge in Höhe von 34 Mio. Euro für ausstehende Forderungen gegen Kunden in Malaysia, Taiwan und Hongkong - dies sieht das Unternehmen als Maximalschaden an, der eingetreten sein kann. Vorsorglich werden die ausstehenden Forderungen im zweiten Quartal in der Kontron-Bilanz vollständig wertberichtigt, weiter Kosten fallen nicht an. »Unser Kerngeschäft mit Embedded-Computer-Technologie ist von diesem Vorfall mit Sicherheit nicht betroffen«, betont Gehrmann.