Unsicherheit an den Märkten Kontron senkt Prognose

Die sich weiter verschärfenden Staatsschuldenkrisen und die weltweite Konjunkturabschwächung wirken sich auf Kontron aus: Umsatz und Ertrag liegen hinter den Erwartungen.

Kontron erzielte im zweiten Quartal 2012 einen Umsatz von 138,3 Mio. Euro. Damit ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal (145,2 Mio. Euro) leicht gesunken, lag aber über dem ersten Quartal 2012 (131,5 Mio. Euro). Die Umsätze im ersten Halbjahr addierten sich auf 269,8 Mio. EUR, nach 275,3 Mio. EUR in der Vorjahresperiode.

Als Ursache für diese Entwicklung sieht Kontron den Sparkurs vieler öffentlicher Auftraggeber in zahlreichen Branchen wie Infrastruktur, Sicherheit und Telekommunikation. Es kommt so zu Auftragsverschiebungen und gleichzeitig zu einer weiter steigenden Wettbewerbsintensität. Diese Faktoren belasten die aktuelle Umsatzentwicklung, beeinträchtigen die erzielbaren Margen und erschweren die weitere Planung.

Dennoch ist es Kontron gelungen, nicht nur den Umsatz zum Vorquartal zu steigern, sondern auch die Bruttomarge von 25,7 % (Q1/2012) auf 27,3 % (Q2/2012) zu erhöhen. Allerdings ist die Kosten- und Margensituation in einigen Bereichen noch nicht zufrieden stellend und bietet Raum für Verbesserungen. Zusätzlich wirkten sich auf das Ergebnis Sondereffekte eines Outsourcing-Projektes aus.

Insgesamt konnte Kontron bei einem EBIT von 3,8 Mio. Euro nicht an das Vorjahresquartal in Höhe von 11,4 Mio. Euro anknüpfen. Auf das Halbjahr bezogen errechnet sich ein EBIT von 8,0 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 18,7 Mio. Euro). Das Periodenergebnis lag im zweiten Quartal bei 2,3 Mio. Euro (Q2/2011: 7,7 Mio. Euro), das Halbjahresergebnis bei 5,1 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 12,9 Mio. EUR).

Erfreulich entwickelte sich die Zahl der Design-Wins, die im Vergleich zum Vorjahr um 8% auf 132 gesteigert werden konnten. Kontron wertet dies als Beleg für die unverändert gute Positionierung. Allerdings ist als Folge der Verunsicherung in den Märkten das Volumen der Design Win von 71,2 Mio. Euro im Vorjahr auf 60,8 Mio. Euro gesunken. Auch der Auftragsbestand ist vom vorsichtigen Disponieren betroffen und liegt zum 30. Juni mit 362,8 Mio. Euro um rund 14 % unter dem Vorjahreswert (30. Juni 2011: 424,0 Mio. Euro).

Aufgrund der gegenwärtigen Marktsituation wird Kontron die für 2012 angestrebten Ziele voraussichtlich nicht erreichen können. Kontron wird die Gewichtung und Ausrichtung der Produktlinien und vertikalen Märkte überprüfen und die eigenen Kapazitäten, insbesondere in Forschung und Entwicklung auf attraktive wachsende Märkte und Regionen ausrichten. Damit wird den veränderten Marktbedingungen Rechnung getragen mit dem Ziel die Ertragskraft nachhaltig zu steigern.