Weichen für die Zukunft gestellt Kernpunkt Wachstum

Matthias Fricke (G&F), Elias Tuerk (Afinum), Manfred Garz (G&F), Kai Roolf (Afinum) (v.l.n.r.)
Matthias Fricke (G&F), Elias Tuerk (Afinum), Manfred Garz (G&F), Kai Roolf (Afinum) (v.l.n.r.)

Die Embedded-Systems-Spezialisten Garz & Fricke haben mit Afinum einen Investor gefunden, der auf Expansion setzt. Die Geschäftsführer und Gründer Manfred Garz und Matthias Fricke erklären die Hintergründe und die Strategie.

Markt&Technik: Wie hoch ist die Beteiligung von Afinum am Unternehmen?

Manfred Garz und Matthias Fricke: Wichtig ist, dass Kontinuität gewährleitet ist. Diese ist gegeben, denn wir bleiben in jedem Fall maßgeblich an dem Unternehmen beteiligt und leiten weiterhin als alleinige Geschäftsführer das operative Geschäft. Afinum ist mehrheitlich an der Garz & Fricke GmbH beteiligt, es wurde aber unter den Parteien vereinbart, hierzu keine weiteren Angaben zur genauen prozentualen Höhe oder dem Kaufpreis zu veröffentlichen.

Gibt es einen Zeithorizont für das Investment?

Primäres Ziel der Investition ist, weitere Wachstumsschritte wie Auslandsgeschäft und Entwicklung kleiner und neuer Industriesegmente finanziell zu unterstützen. Insofern gibt es keine zeitliche Zielvorgabe für die Dauer der finanziellen Beteiligung von Afinum.

Wie soll das zugeflossene Kapital genutzt werden?

Kernpunkt ist die Finanzierung von Wachstumsschritten durch das zugeflossene Kapital, die wir so sonst nicht in der gewünschten Geschwindigkeit umsetzen könnten. Es sollen sowohl der lokale Vertrieb im DACH-Raum – wo aktuell unser Schwerpunkt liegt – als auch verstärkt der internationale Vertrieb in Europa und Nordamerika ausgebaut werden. Zusätzlich werden auch die Entwicklungs- und Inhouse-Fertigungskapazitäten deutlich erweitert, denn natürlich wollen wir bei weiter wachsender Kunden- und Projektanzahl auch in Zukunft unsere gewohnt hohe Qualität und Liefertreue beibehalten.

Welche vertikalen Märkte sollen adressiert werden?

Weiterhin natürlich die Bereiche wo wir Marktführer oder besonders stark sind, wie bei Steuerungen und Bedieneinheiten und -oberflächen für Zigarettenautomaten mit Telemetrie. Dies war quasi schon eine IoT-Anwendung bevor dieser Begriff überhaupt erfunden wurde. Unsere Kunden – OEMs und Systemintegratoren – kommen vorwiegend aus den Branchen Verkaufsautomaten (Vending), Gastronomieelektronik, Sicherheitstechnik/Security, Medizin-und Labortechnik, Digital Signage, Industrie-Automation sowie Transportation. Das gilt ebenso bei Bedieneinheiten für professionelle High-End-Kaffeemaschinen in der Gastronomie. Gut aufgestellt sind wir auch im Bereich HMIs für Labortechnik. Dieser Bereich soll zukünftig noch stärker ausgebaut werden, daneben wollen wir im verwandten Medical-Sektor wachsen.

Es soll ja auch in ein neues Firmengebäude investiert werden – welche Funktion hat es?

Es wird unser eigenes, nach unseren Bedürfnissen und Wünschen gestaltetes  Headquarter sein. Der Neubau und Umzug sind ein absolutes MUSS und Voraussetzung zur Erreichung der geplanten Wachstumsziele. Denn durch das konstant starke – auch personelle – Wachstum der letzten Jahre platzen wir im jetzigen angemieteten Gebäude sowohl in der Produktion als auch bei der verfügbaren Bürofläche  sprichwörtlich „aus allen Nähten“. Außerdem ist dies ein zusätzlicher Motivationsschub für unsere Mitarbeiter, bald in einem hochmodernen, großzügig dimensionierten und nach neuesten ergonomischen Aspekten entworfenen Arbeitsumfeld tätig zu sein. Zusätzlich ist die verkehrstechnische Erreichbarkeit deutlich verbessert. Und last but not least bleibt der große Vorteil der Nähe zur Universität in Hamburg erhalten.

Sie setzen also klar auf den Standort Deutschland.

Ja! Die lokale Entwicklung und Produktion im eigenen Haus ist eine der Kernkompetenzen von Garz & Fricke und wird ein zentraler Bestandteil unserer Zukunfts- und Wachstumsstrategie bleiben. Sie verschafft uns unter anderem die benötigte Flexibilität und sichert die Qualität, die notwendig ist, um im Embedded-Markt langfristig zu bestehen.

Welche Unterstützung soll Afinum beitragen?

Afinum versteht sich als partnerschaftlicher und verlässlicher Gesellschafter, der seine Beteiligungen und deren Management bei der Erreichung ihrer langfristigen Ziele unterstützt und der operativ verantwortlichen Geschäftsführung strategisch zur Seite steht. Kernanspruch ist, einen deutlichen Beitrag zur positiven Weiterentwicklung und Wachstum zu leisten. Afinum bringt weitreichende Beratungskompetenz und Erfahrung mit und ist so ein hervorragender Sparringspartner beispielsweise für Add-on-Akquisitionen, Organisations- und Prozessoptimierung und vieles mehr.