Embedded Boards und Systeme Frischblut für die 12- bis 25-W-Klasse

Ähnlich gut skalierbar...

Grafikstarke industrielle HMIs und Medical Workstations, Digital Signage Player oder professionelle Gaming-Systeme bleiben zudem weiterhin ein Schwerpunkt für AMDs Embedded-Prozessoren. Diese Applikationen profitieren vom Support von bis zu drei 4K-Displays bei bis zu 60 FPS und einer Grafik-Engine, die H.265- und VP9-Videos mit 10 bit Farbtiefe dekodieren und mit 8 bit enkodieren kann. Das ermöglicht es OEMs und ODMs, ein wirklich überzeugendes visuelles Erlebnis zu bieten.

AMDs Prozessortechnologie ist daher für viele Embedded-Computing-Hersteller interessant, sodass man bei vielen Playern auch passende Embedded Boards und Module findet. Der derzeit weltweit So bietet Branchen-Schwergewicht Advantech die AMD R1000 Series, die Software- und Pin-Kompatibel zu AMDs Ryzen V1000 Series ist, beispielsweise auf einem Thin-Mini-ITX-Motherboard an, das beide Varianten unterstützt und damit eine sehr große Skalierbarkeit bietet. Gleicher Sachverhalt ist bei Kontron mit seinen mITX-VR1000-/mITX-VR1000-V2.0-Boards gegeben. Beide Angebote sind damit skalierbar vom 2,4-GHz-Ryzen-Embedded-R1505G (mit Radeon-Vega-3-Grafik, 2 Cores/4 Threads und einer TDP von 12 W bis 25 W) bis zum 3,35-GHz-Ryzen-Embedded-V1807B (mit Radeon-RX-Vega-11-Grafik, 4 Cores/8 Threads und einer TDP von 35 W bis 54 W). In Bezug auf die Leistung bedeutet dies, dass die Entwickler von 100% der einfachsten R1000-Variante auf rund 176% der schnellsten V1000-Version skalieren können, was die CPU-Leistung betrifft. Bei der GPU- und GPGPU-Performance ist die Skalierbarkeit noch deutlich größer. Hier reicht das Spektrum von 768 GFLOPS für den Ryzen R1505G bis hin zu 3,66 TFlops beim Ryzen V1807B, was 477 % mehr GFLOPS bedeutet. Dies ermöglicht ein für die jeweilige Anwendung optimiertes Verhältnis zwischen Preis, Leistungsaufnahme und Performance zu schaffen. Eine Alternative zu den Angeboten von Kontron und Advantech kommt von ASRock, das bei seinem IMB-R1000 Mini-ITX-Board auf die R-Series fokussiert aber auch ein IMB-V1000 anbietet. Aufgrund des identischen Formfaktors und der einheitlichen Schnittstellenausstattung bieten beide Boards abgesehen vom unterschiedlichen Grafiksupport nahezu identische Features.

Ähnlich gut skalierbar stellt sich auch Kontron mit seinem COMe-cVR6-COM-Express-Compact sowie DFI mit seinem GH960-COM-Express-Basic Computer-on-Modules auf. Auch hier wird die Performance nicht nur über die R-Series sondern auch über die Ryzen-V-Series skaliert. congatec gibt zudem auf Nachfrage bekannt, dass bestehende COM-Express-Module mit Ryzen V1000 auch mit R1000 bestückt werden könnten. Das nun zu Duagon gehöhrende Men Mikro Elektronik bietet mit dem CB71C zudem ein Portfolio von Rugged-COM-Express-Modulen an und adressiert damit den Markt der besonders robusten Applikationen, wie man sie beispielsweise im Bahnbereich vorfindet. Hier müssen Embedded Systeme starke, schockartige Temperaturschwankungen verkraften können – beispielsweise wenn ein Zug durch einen Alpentunnel vom Schnee im Norden in die Sonne des Südens kommt, was enormen thermischen Stress und Kondensatbildung hervorruft, denen wirkungsvoll begegnet werden muss.

Besonders komfortabel und sofort einsatzbereit sind zudem die 4x4-Systeme, die es unter anderem von E.E.P.D. sowie ASRock Industrial Computers gibt. E.E.P.D. spezifiziert sie dabei explizit nach dem eNUC-Standard. Dieser noch vergleichsweise junge Embedded-Formfaktor, der von der SGET (Standardization Group for Embedded Technologies e.V.) im Jahre 2014 auf Boardlevel standardisiert wurde, ist eine hochinteressante Alternative im Markt der Embedded-Box-PCs. Sehr kompakt aufgebaut, können die applikationsfertigen Systeme praktisch überall zum Einsatz kommen. Die Standardisierung über die SGET ist bislang einzigartig im Bereich der Box-PCs – weder für 3,5-Zoll-Systeme noch für Pico-ITX gibt es einen vergleichbaren herstellerunabhängigen Ansatz.

Neben den genannten Firmen nutzen weitere Anbieter die Vorteile von AMDS neuen Embedded-SoCs, so unter anderem AEWIN Technologies, Arbor, AOPEN, Axiomtek, Ganlot, GIGAIPC, IBASE Technilogy, Litemax Electronic, Quisant, Seco und Sapphire. Darüber hinaus nutzt auch Stratacache AMDs Ryzen-Embedded-R1000- und Ryzen-Embedded-V1000-Prozessoren für seine neuen Multi-Display-Digital-Signage-Player der Produktfamilien Stratacache, Scala, X2O Media und Real Digital Media. Die Media-Player nutzen die Vorteile sowohl der Ryzen-Embedded-Plattform als auch ihre GPU-Leistung für 4K-Erlebnis. Zudem setzt auch Netronome auf Ryzen-Embedded-R1000-SoCs für seine Netzwerklösungen, Security Appliances und für das Edge-Cloud-Computing.