EU-Kommission Europäische Cloud für die Wissenschaft

Die Europäische Kommission hat ihre Pläne zur virtuellen Infrastruktur für eine offene Wissenschaft vorgestellt. Europas 1,7 Mio. Forscher und 70 Mio. Fachkräfte in Wissenschaft und Technologie sollen damit ihre Daten über Fachgebiete und Grenzen hinweg speichern und austauschen können.

"Unser Ziel ist die Schaffung einer Europäischen Cloud für offene Wissenschaft - einer zuverlässigen Umgebung, die es über Technologien, Fachgebiete und Grenzen hinweg Millionen von Forschern ermöglicht, Forschungsdaten auszutauschen und zu analysieren, um so die Effizienz und Produktivität in der Wissenschaft zu erhöhen", sagt Forschungskommissar Moedas. Günther Oettinger, EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, ergänzt: "Die Europäische Cloud-Initiative wird dazu beitragen, dass sich der Wert der "Big-Data" besser erschließen lässt, indem Rechenkapazitäten der Spitzenklasse, Hochgeschwindigkeits-Internetverbindungen und modernste Daten- und Softwaredienste für Wissenschaft, Wirtschaft und den öffentlichen Sektor geschaffen werden. Mit dieser Initiative wollen wir uns bis 2020 in die weltweit drei besten Infrastrukturen für Hochleistungsrechner einreihen."

Europa gehört zu den weltweit größten Produzenten wissenschaftlicher Erkenntnisse, kann aber die gewaltigen Mengen an Daten, die es generiert (Big-Data), aufgrund unzureichender und fragmentierter Infrastrukturen nur bedingt nutzen. Die Europäische Cloud soll bereits bestehende Infrastrukturen stärken und besser miteinander vernetzen. Die Grundlage wird die Europäische Dateninfrastruktur bilden. Hierfür werden Hochleistungs-Breitbandnetze, Großspeichereinrichtungen und Superrechner-Kapazitäten aufgebaut, die für den effektiven Zugang zu den in der Cloud gespeicherten großen Datensätzen und deren Verarbeitung benötigt werden.

Mit Hilfe der Europäischen Cloud-Initiative sollen Forscher und Innovatoren leichter an Daten herankommen und diese wiederverwenden können. Zudem sollen damit weniger Kosten für die Speicherung und Hochleistungsanalysen von Daten anfallen. Die Öffnung der Daten soll auch Startups, KMUs und der datengesteuerten Innovation auch in den Bereichen Medizin und öffentliche Gesundheit zugutekommen und so dazu beitragen, der Wettbewerbsfähigkeit Europas einen Schub zu geben.