Mehr Flexibilität für kundenoptimierte Systeme DSM Computer: Zeit für neue Wege

Am Markt für Embedded-Systeme ist die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbei gegangen. Der deutsche Mittelständler DSM Computer will deshalb künftig noch enger mit seinen Kunden zusammen arbeiten und stellt ihn in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten.

Markt&Technik: Herr Schäfer, seit Herbst sind Sie neuer Geschäftsführer von DSM Computer. Was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?

Axel Schäfer, Geschäftsführer DSM Computer (rechts im Bild): Ich finde es spannend, ein Unternehmen wie die DSM mit seinen innovativen Produkten in den veränderten Märkten neu auszurichten und erfolgreich in die Zukunft zu führen. Hierzu bringe ich sicherlich die nötige Erfahrung mit durch meine langjährige Tätigkeit im Vertrieb und in der Geschäftsführung in namhaften Embedded-Softwareunternehmen und sowie im Bereich Business Development für Display-Lösungen.

Welche Strategie verfolgen Sie für die Zukunft?

Schäfer: Nichts ist beständiger als der Wandel. Der Markt hat sich dramatisch schnell geändert und wir müssen flexibel auf die Anforderungen unserer Kunden reagieren. Das können wir als Unternehmen unserer Größe mit hoher Schlagfertigkeit schnell und aktiv umsetzen. Es gibt viele Projekte, für die wir kurzfristig Lösungen entwickeln, und zum Beispiel zu vorgegeben Messeterminen komplette Systeme aufbauen. Oftmals liegen zwischen Auftrag und Lieferung der ersten kundenoptimierten Prototypen weniger als drei Monate.

Welche Bereiche wollen Sie weiter optimieren?

Schäfer: In dem rauen Wind, der aufgrund der Globalisierung und der schlechten Wirtschaftslage auf dem Markt herrscht, versuchen viele Anbieter, ihre Produkte über den Preis zu verkaufen, was zu erodierenden Margen führt. Deshalb ist die Einführung einer schlanken, hoch effektiven Struktur in allen Bereichen mit gestrafften Abläufen nötig. Das reicht über den Vertrieb bis zur Produktion, die sich auf die kleineren Losgrößen einstellen und flexible Fertigungsinseln mit einer projektbezogenen Produktion einrichten muss. Zur Verbesserung des Informationsflusses zwischen Vertrieb, Entwicklung, Materialwirtschaft und Produktion einschließlich Ressourcenplanung haben wir ein neues, an unsere Bedürfnisse angepasstes und in das ERP integriertes Projektabwicklungstool eingeführt.

Anfang dieses Jahres haben wir die DSM von einer AG in die DSM Computer GmbH umfirmiert, wodurch wir erheblich weniger formale Anforderungen zu erfüllen haben. Damit können wir unsere Kosten reduzieren und uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren. An unserem Eigenkapital und unserer finanziellen Ausstattung ändert sich durch diese Maßnahme nichts. Auch für unsere Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten bleibt alles beim Alten, da die DSM Computer GmbH in alle Rechte und Pflichten der DSM Computer AG eintreten wird.

Wie wollen Sie zukünftig die DSM im Markt positionieren?

Schäfer: Wir wollen den bereits im letzten Jahr eingeschlagenen Weg weiter gehen und noch stärker auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtete Produkte liefern. Voraussetzung dafür ist unsere jetzt bereits etablierte Drei-Säulen-Strategie mit »Standard«-, »Modified«- und »Customized«-Produkten. Auf der Basis unseres umfangreichen Portfolios an modularen Standardsystemen, das in unserem Bluebook-Produktkatalog beschrieben ist, können wir innerhalb kurzer Zeit Modified-Lösungen in hoher Qualität entwickeln und fertigen. Damit steigen wir immer stärker in das Projektgeschäft ein und unterstützen unsere Kunden bei ihrer Systemlösung. Voraussetzung dafür ist, dass wir auch weiterhin unsere Mitarbeiter über gezielte Schulungen ausbilden. Der konsequente Ausbau des »Customized«-Bereiches ist einer unserer strategischen Punkte im Jahr 2010. Wir gehen von einem Wachstum von 25 Prozent bei diesen Produkten aus. Ein Grund dafür ist, dass das Preisniveau dieser Lösungen nur noch wenig über dem von Standardsystemen liegt.

Welche Marktentwicklung erwarten Sie für 2010?

Schäfer: 2009 war für die gesamte Branche ein schwieriges Jahr der Konsolidierung. Der Markt hat sich auf ein niedrigeres Niveau als 2008 eingeschwungen, ist aber jetzt stabil. Wir erwarten für dieses Jahr ein Umsatzwachstum im Bereich Automation von 3 bis 5 Prozent, für die DSM rechnen wir mit einem Plus von 11 bis 12 Prozent.

Wie wollen Sie das ehrgeizige Umsatzplus erreichen?

Schäfer: In diesem Jahr werden dank neuer Technologien, wie die extrem Strom sparenden Intel-Atom-Prozessorplattformen, für unsere Produkte neue Anwendungsbereiche in neuen Märkten geschaffen. Der Umsatz bei Embedded-PCs profitiert davon, und gerade hier sind wir mit unserem langjährigen Know-how und neuen Systemen bestens aufgestellt. Auf der anderen Seite sehen wir für Anwendungen mit hohen Leistungsanforderungen, z.B. in der Bildverarbeitung, unseren neuen I-Server mit zwei Xeon-Prozessoren bestens positioniert. Dank unseres »Modular World«-Konzepts können wir unseren Kunden eine hohe Skalierbarkeit aller Produkte, z.B. in puncto Prozessorleistung und Schnittstellenauswahl, bieten.