Standards & Services für ARM-basierte Entwicklungen Der schnellere Weg zur applikationsfertigen ARM-Plattform

Den Einstieg in die ARM-Technologie macht Kontron zuerst mit Motherboards im Pico-ITX- und Mini-ITX-Format. Hier im Bild das Mini-ITX-Format.

Das erfolgreiche Embedded-Ökosystem der x86-Standard-Formfaktoren kann auch für Embedded-ARM-Prozessoren mit PC-ähnlichem Funktionsumfang genutzt werden. Mit ergänzenden Hard- und Software-Services will Kontron Entwickler auf den schnellsten und langfristig effizientesten Weg zu ihrer applikationsfertigen ARM-Plattform führen.

Vor einem Jahr gab Kontron den strategischen Einstieg in die ARM-Technologie bekannt. Ende Februar war mit Pico-ITX das erste Standard-Produkt mit Nvidias »Tegra 2«-Dual-Core-Prozessor auf dem Markt. Vor den Sommerferien folgte ein Mini-ITX-Board mit Nvidias »Tegra 3«-Quad-Core-Prozessor. Zwei Standard-Formfaktoren aus dem x86-Sektor wurden damit bereits »ARMiert«.

Mit dem von Kontron für Ultra-Low-Power definierten ULP-COM-Standard, dessen Formfaktorspezifizierung bei der SGET zur herstellerunabhängigen Zertifizierung eingereicht wurden, ging es im September weiter: Mit »ULP-COM-sAT30« wurde die weltweit erste ULP-COM-Baugruppe mit Nvidias »Tegra 3« (Kontron) bestückt.

Damit stehen nach einem Jahr nicht nur drei Produkte, sondern sogar drei komplette Produktlinien mit eigenen Roadmaps und ein neuer Standard zur Verfügung. Diese dienen zudem als Sprungbrett für weitere Entwicklungen unterschiedlichster Art: Zum einen sind Modul-/Board-Standardproduktlinien bei Kontron auch die Basis für integrierte Standardsysteme, zum anderen sind sie Building-Blocks für kundenspezifische Board- und Systemdesigns. Darüber hinaus werden selbstverständlich auch die bestehenden neuen Basis-Produktlinien erweitert. So sollen beispielsweise noch dieses Jahr zwei weitere ULP-COMs mit Texas Instruments’ AM3874 und Freescales iMX6-Prozessor auf den Markt kommen.

Zielapplikationen für diese neuen Ultra-Low-Power-Single- und -Multicore-Boards und -Systeme sind im Bereich der grafischen Benutzerschnittstellen mit Touchscreen-Steuerung zu finden, die von einfacheren Zeilendisplays hin zu vollgrafischer Unterstützung mit minimalem Energieverbrauch upgraden oder von x86-Plattformen kommend hin zu ARM wechseln wollen.

Der sehr niedrige Verbrauch der Prozessoren, der um die 2 bis 3 W liegt, macht es dabei möglich, den Aufwand für eine passive Kühllösung auf ein Minimum zu reduzieren und damit besonders kompakte, flache/schlanke und insbesondere auch portable Geräte zu entwickeln, deren Batterie-/Akkulaufzeit die bisheriger x86-Systeme übersteigt. Einsatzbereiche für mobile Applikationen im rauen Umfeld finden sich beispielsweise bei Kurier- und Paketdiensten, bei Servicefachkräften in der Instandhaltung von Maschinen und Anlagen oder im medizinischen Rettungsdienst. Zudem bieten sich auch solarbetriebene Outdoor-Geräte an, wie Parkscheinautomaten, Strom-Zapfsäulen für e-Cars oder digitale Werbeflächen an Haltestellen oder aber Fahrzeug-Anwendungen für z.B. das Fuhrparkmanagement oder Digital-Signage/Infotainment in Bussen und Bahnen. Auch mobile Test-/Prüfsysteme sowie Kiosk-, Kassen- und Wägesysteme zählen zu interessanten Anwendungen.

All diese Applikationen profitieren von den Vorteilen der kompakten, Strom sparenden Technologie und der komfortablen Programmierbarkeit dieser Prozessoren auf Basis von Standardbetriebssystemen wie Linux, Android oder Windows. Sie unterscheiden sich also nicht grundsätzlich von der x86-Technologie.