Neuer Name für Wachstumsmarkt Das Systemgeschäft wird immer stärker

Martin Kristof, Advanced Digital Logic: »PC/104 lebt und ist nach wie vor eine ideale Lösung für viele Anwendungen.«
Martin Kristof, ADL Embedded Solutions: »Im Vordergrund stehen für uns die Marktentwicklung und unsere Feststellung, dass Kunden - vor allem bei unserer Zielgruppe - mehr als Boards suchen.«

Advanced Digital Logic hat sich in ADL Embedded Solutions umbenannt, um den Wandel vom reinen Baugruppenhersteller hin zum Lösungsanbieter zu verdeutlichen. Über die Hintergründe und Ziele berichtet Martin Kristof, Geschäftsführer der ADL Embedded Solutions GmbH.

Markt&Technik: Was war der Hauptgrund für die Namensänderung?

Martin Kristof: Mit der Namensänderung verfolgt ADL konsequent die eingeschlagene Strategie, sich am Markt sichtbarer als Partner für Unternehmen zu positionieren, die mehr als nur Embedded-Computer-Boards suchen. Die Namensänderung ist Teil einer Marketingstrategie, die mehrere unterschiedliche Schritte zur Markenbildung beinhalten.

Ist die Umfirmierung aus der USA oder Europa getrieben?

Wie schon erwähnt, verfolgt die ADL eine Gesamtstrategie, die gleichermaßen für USA und Europe eine Bedeutung hat. Von daher ist es eine Entscheidung, die im Mutterhaus in den USA zentral koordiniert und getrieben wird.

Worin liegt der Reiz des Systemgeschäfts - in der höheren Marge oder in der schwereren Austauschbarkeit durch Wettbewerbsprodukte?

Nun, es ist ja kein Geheimnis, dass die in der Frage erwähnten Faktoren beide eine Bedeutung für die Geschäftsentwicklung haben. Im Vordergrund stehen für uns allerdings die Marktentwicklung und unsere Feststellung, dass Kunden - vor allem bei unserer Zielgruppe - mehr als Boards suchen. ADL adressiert mit seinem Produkt-Portfolio Anwendungsgebiete, die eine hohe Systemleistung erfordern, hohe Anforderungen an Kühlung, Baugröße und Betriebssicherheit stellen und in verschärften Umgebungsbedingungen betrieben werden. Hierfür ist viel Integrations-Know-how notwendig und wird regelmäßig bei uns nachgefragt. Unsere Kunden schätzen diese Kompetenz sehr. Somit lag nahe, unsere Stärken gezielt zu nutzen und auszubauen.

Die Board-Entwicklung von ADL erfolgt in Deutschland. Auch die Systementwicklung?

Systemlösungen, vor allem in den erwähnten Anwendungsgebieten, erfordern eine enge Zusammenarbeit mit dem Kunden. Systementwicklungen werden sowohl von Deutschland aus wie auch von USA aus betrieben, natürlich mit einer effizienten Verteilung interner Ressourcen. Die Nähe zum Kunden und eine direkte Kommunikation hat für uns höchste Priorität.

Kommen damit auch die Systemkunden hauptsächlich aus dieser Region?

Systemlösungen werden im Wesentlichen derzeit in Deutschland und USA nachgefragt. Andere Länder in Europe werden von Partnern betreut, die teilweise selbst Integrationsleistungen erbringen. Hier unterstützen wir je nach Komplexität in Teilbereichen.

Die Boards von ADL sind für raue Einsatzgebiete konzipiert. Ist damit zu rechnen, dass die Systeme auch eher robust sein müssen?

Absolut richtig. ADL ist der erste Ansprechpartner, wenn es um Hochleistungslösungen für raue Umgebungsbedingungen geht. Das ist unser Ziel. Wir können und wollen nicht in Wettbewerb zu Systemen auftreten, die mit Boards von Großvolumen-Anbietern oder Standard-Kühlkonzepten auskommen. Unserer Erfahrung nach gibt es eine große Zahl von Anwendungen, bei denen die Anforderungen deutlich über die von Standard-Box-PC oder Standardsteuerungen hinausgehen - immer dann, wenn das Kühlkonzept zur wesentlichen Komponente des Systems wird.

Wird es nur Custom-Systeme geben, oder ist auch mit Standard-Systemen für das allgemeine Produktportfolio zu rechnen?

Der Fokus liegt derzeit auf Custom-Systemen. Wir können aber nicht ausschließen, dass es sich irgendwann anbietet, gegebenenfalls die eine oder andere gute Kundenlösung zu einem Standardprodukt weiterzuentwickeln, für einen bestimmten Anwendungsbereich oder eine Branche. Das ist aber nicht unser primäres Ziel.

Was gibt es auf der embedded world neu am Stand zu sehen?

Auf der embedded world werden wir zeigen, dass unsere letztjährige Kampagne »PC104 is alive!«, die ja für eine deutliche Belebung des gesamten Marksegmentes gesorgt hat, konsequent weitergeführt wird. Wir zeigen Boards mit den neuesten Intel-Plattformen, eine lückenlos skalierbare Roadmap für PC/104, wie wir sie bei keinem anderer Anbieter bisher gesehen haben, und natürlich unser Angebot für Systeme - eine gute Basis, um den Anwendern zu zeigen, dass wir eine zukunftssichere Plattform für anspruchsvolle Systeme bereitstellen.

Halle 1, Stand 210