Computer-on-Module-Technologie offengelegt CoreExpress wird offener Standard

Die Small Form Factor Special Interest Group (SFF-SIG) gibt ordentlich Gas: Sie adoptiert jetzt nicht nur das bislang proprietäre Computer-on-Module-Konzept »CoreExpress«, sondern erweitert auch gleich die Spezifikation zur Version 2.1.

»Die dynamische Natur der SFF-SIG ermöglichte der Gruppe eine schnelle Adoption der CoreExpress-Spezifikation«, berichtet Paul Rosenfeld, SFF-SIG President. »Acht Unternehmen haben an der Revision teilgenommen und konnten so die Spezifikation in nur 90 Tagen überarbeiten.« Dabei sind einige Neuerungen hinzugekommen, die aber rückwärtskompatibel zur bisherigen Spezifikation 2.0 sind: Die Pins für das SDVO-Interface können jetzt auch die DisplayPort-Signale übertragen. Außerdem reservierte die SFF-SIG auch einige Pins des Busses für künftige USB-3.0-Erweiterungen.

Zusammen mit dem PCI-Express-2.0-fähigen Bus-Stecker und dem optionalen CAN-Bus-Support sieht die SFF-SIG so die Basis gelegt, für eine neue Computer-on-Module-Ära: »Application CoMs«. Bislang sind CoMs möglichst generisch bei der Schnittstellenauswahl, um schnell auf große Stückzahlen zu kommen – applikationsspezifischere Schnittstellen werden bislang auf das Träger-Board integriert.

»Ich bin begeistert, dass CoreExpress jetzt den Status eines offenen Standards durch die SFF-SIG erhält«, freut sich Peter Lippert, General Manager von Lippert Embedded Computers. »Das ist der ideale Weg, die CoreExpress-Technologie der kompletten Embedded-Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen.«

Von Lippert eingeführt, war CoreExpress bislang ein proprietärer Formfaktor, der mit Digital-Logic allerdings recht zügig einen zweiten Anbieter fand und so den Forderungen nach einer Second-Source entsprach. Die Übernahme von Digital-Logic durch Kontron veränderte allerdings die Situation, da das Embedded-Schwergewicht das »konkurrierende« COM-Express-Ultra-Konzept klar favorisiert und auch sehr erfolgreich vermarktet.