Markt&Technik Round Table - Teil 1 Auflötmodule nehmen Fahrt auf

Die wichtigsten Trends rund um Industriecomputer und Embedded Systeme werden auf dem M&T-Forum diskutiert.
Die wichtigsten Trends rund um Industriecomputer und Embedded Systeme werden auf dem M&T-Forum diskutiert.

Bislang sind Auflötmodule Exoten im Computer-on-Module-Bereich – zu sehr dominieren die Steckmodule das Geschäft. Die Expertenrunde sieht die Auflötmodule jetzt aber im Aufwind und drängt auf eine baldige Standardisierung.

Es gibt diverse Gründe für Embedded-Computing-Anbieter, ihre Produktpaletten um Auflötmodule zu erweitern. An vorderer Stelle ist das zusätzliche Geschäft dank neuer Märkte, die nun auch bedient werden können. »Das betrifft ganz neue Bereiche. Wir haben mit den Modulen und den Motherboards bereits ein breites Spektrum an Produkten – von Core-i- bis hin zu Atom-Prozessoren«, erläutert Reiner Grübmeyer, Director Product Management Systems von Kontron. »Wir reden jetzt über noch kleinere Module und eine kleinere Rechenleistung, mit Bausteinen von NXP und STMicroelectronics. Das ist eine ganz andere Klasse, das ist ARM-Geschäft – es ist eine marktgetriebene Erweiterung des Geschäftsfeldes.«

Die ARM-Lösungen waren bislang hauptsächlich Full-Custom, auch wenn es Einsteck-Modul-Standards gibt, die sogar eine gewisse ARM- und x86-Kompatibilität aufweisen können. Ursache sind unter anderem die sehr dedizierten I/Os und Schnittstellen der applikationsspezifischen ARM-Prozessoren. Allerdings nimmt auch die Pin-Dichte der ARM-SoCs immer mehr zu und setzt die Fertigung der Kunden unter Druck. Einlötmodule können aber eine entspanntere Pitch-Size bieten und erlauben es so dem Kunden, ein eigenes Baseboard zu entwickeln und zu fertigen.

»Es ist auch immer noch stark von den Stückzahlen getrieben – x86 kommt eher bei individuellen Lösungen in kleineren Stückzahlen zum Einsatz. Sobald es kostengünstiger werden soll, sucht man Kostenvorteile in der Produktion und bei den Komponenten«, erklärt Klaus Rottmayr, Geschäftsführer von Spectra. »Der Markt ist dabei sehr stark vom Industrial-IoT-Thema getrieben – wie kriege ich meine ganzen Devices, auch die kleineren, in das Netz? Es gibt noch genügend ‚dumme‘ Devices, die noch nicht im Netz sind. Da ist ein Riesenmarkt.«