Forschungszentrum Jülich 36 Mio. Euro für Computer der Zukunft

Mit JUWELS verfügt das Forschungszentrum über einen Supercomputer, der zu den schnellsten der Welt gehört. Der Rechner ist bei Forschern aus ganz Europa hochbegehrt. Das System wird unter anderem für Simulationen in der Hirnforschung verwendet, etwa im europäischen Human Brain Project (HBP).
Mit JUWELS verfügt das Forschungszentrum über einen Supercomputer, der zu den schnellsten der Welt gehört. Der Rechner ist bei Forschern aus ganz Europa hochbegehrt. Das System wird unter anderem für Simulationen in der Hirnforschung verwendet, etwa im europäischen Human Brain Project (HBP).

Mit einer Summe von rund 36 Mio. Euro bis zum Jahr 2020 wollen die Gesellschafter des Forschungszentrums Jülich, der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen, die Entwicklung der Computertechnologien der Zukunft im Forschungszentrum beschleunigen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will rund 32,4 Mio. Euro übernehmen, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW weitere 3,6 Mio. Euro. Die Finanzmittel sollen in den langfristigen Ausbau von Themenfeldern wie Quantencomputing und neuromorphes Computing fließen. Seit mehreren Jahrzehnten sieht sich das Forschungszentrum Jülich, gemeinsam mit seinen nationalen Partnern im Gauss-Centre für Supercomputing, als international führend auf den Gebieten Höchstleistungsrechnen, Simulation und Modellierung und der Entwicklung von Informationstechnologien der Zukunft. Derzeit ist es das besondere Ziel der Jülicher Forscher, völlig neue Typen von Computern zu entwickeln: neuromorphe Computer, deren Architektur sich an den Funktionen des menschlichen Gehirns orientiert und die enorme Leistungssteigerungen in der Bildverarbeitung und im Maschinellem Lernen erwarten lassen, sowie Quantencomputer, die einen Zugang zu bisher nicht lösbaren wissenschaftlichen und technischen Problemen bieten.

Mit dieser Finanzierung von Bund und Land sollen in den Bereichen Höchstleistungsrechnen für Simulation und Datenanalyse, Quantencomputing und neuromorphes Computing u.a. neue wissenschaftliche Teilinstitute und Arbeitsgruppen mit mittelfristig mehr als 100 zusätzlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufgebaut werden, zudem sind neue Experimentier- und Nutzerplattformen für das Quantencomputing geplant. Neben der Weiterentwicklung der Fachgebiete ist damit das Ziel verbunden, herausragende wissenschaftliche Talente für das Forschungszentrum zu gewinnen. »Diese Investitionen fließen in die Erforschung von Technologien, die in Wissenschaft und Gesellschaft bahnbrechende Erkenntnisse möglich machen werden, etwa ein umfassendes Verständnis von Aufbau und Funktion des menschlichen Gehirns oder die Simulation von Wirkstoffen gegen Volkskrankheiten wie Alzheimer oder Parkinson. Mit der Unterstützung von Bund und Land will das Forschungszentrum Jülich einen wichtigen Beitrag zur Erforschung und Nutzbarmachung dieser Technologien leisten, die für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland von herausragender Bedeutung sind«, sagt Prof. Wolfgang Marquardt, der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich.