Energieeffizienz-Index (Bilderstrecke) Ziel: Klimaneutralität

Wie wichtig ist es Unternehmen, ihren CO2-Footprint zu reduzieren? Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart hat nachgefragt.
Wie wichtig ist es Unternehmen, ihren CO2-Footprint zu reduzieren? Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart hat nachgefragt.

Knapp 6 von 10 Unternehmen wollen in Zukunft bilanziell klimaneutral werden, so die Ergebnisse des Energieeffizienz-Index zum Winter 2019.

Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart erhebt seit 2013 halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zur Energieeffizienz. Laut den Ergebnissen der Wintererhebung 2019 streben knapp 6 von 10 Unternehmen an, ihr Unternehmen in Zukunft bilanziell klimaneutral zu stellen. Die Hälfte davon hat bereits mit der Umsetzung begonnen. Dies trifft auf alle Unternehmensgrößen zu – von den Kleinst- bis zu den Großunternehmen. Dabei sind es eher technische als wirtschaftliche Hemmnisse, die Unternehmen daran hindern, CO2-Neutralität anzustreben. Dies kann etwa bei Produktionsprozessen der Fall sein, die aktuell nur schwer bis überhaupt nicht CO2-neutral betrieben werden können, beispielsweise in der Zementproduktion.

Steigerung der Effizienz hat höchste Priorität

Welche Maßnahmen ergreifen die Unternehmen nun, um den CO2-Footprint ihres Unternehmens bzw. ihrer Produkte zu reduzieren? Am häufigsten sind hier Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz genannt. Die Eigenerzeugung und der Einkauf von erneuerbaren Energien folgen mit einigem Abstand.

Angesichts des künftigen CO2-Preises steht der Industriesektor vor besonderen Herausforderungen. EEP-Leiter Professor Alexander Sauer rät Unternehmen daher, die eigene CO2-Emissionsreduzierung bis zum Inkrafttreten des Preises 2021 rasch voranzutreiben. Mit der Erhöhung des CO2-Preises stehen KMU, die bislang nicht dem europäischen Emissionshandel unterliegen, vor besonderen Herausforderungen. Insbesondere gilt dies für Unternehmen mit hohem Energiebedarf, etwa Gießereien, Härtereien und Papierhersteller. Zudem steigern die Dekarbonisierungspläne vieler Großunternehmen die Anforderungen an die Lieferkette. »Vor allem aus diesen Gründen sind aus unserer Sicht begleitende Unterstützungsmaßnahmen erforderlich, bspw. eine unbürokratische Erstattung von Dekarbonisierungsinvestitionen in Höhe der geleisteten CO2-Abgabe«, so Sauer.

Alle Ergebnisse der Befragung finden Sie in der Bilderstrecke:

Bilder: 10

Der Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie

Der Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie: Die Auswertungsergebnisse der Wintererhebung 2019/20 im Überblick.