Hochstrom-Leiterplattentechnik »Wirelaid-Jubiläum« bei Schweizer Electronic

von links: Manfred Grimmeisen, Bernd Schweizer, Dr. Marc Schweizer und Marc Bunz (alle SEAG), Markus Wölfel (Jumatech) und Bernfried Fleiner (SEAG)
von links: Manfred Grimmeisen, Bernd Schweizer, Dr. Marc Schweizer und Marc Bunz (alle SEAG), Markus Wölfel (Jumatech) und Bernfried Fleiner (SEAG)

Die Schweizer Electronic AG (SEAG) setzt seit zwei Jahren die »Wirelaid«-Technologie von Jumatech zur Realisierung von Hochstromleiterplatten ein. Seit einem Jahr arbeitet das Unternehmen mit einem Wirelaid-Automaten der vierten Generation.

Die Wirelaid-Technologie ergänzt bei Schweizer Electronic das klassische Angebot an Dickkupfer-Leiterplatten, Combi-Boards und Inlay-Boards für das Hochstrommanagement auf der Leiterplatte.

Durch den Einsatz diskreter Drähte im Inneren von Bi- und Multilayern anstelle von Dickkupfer-Layouts erlaubt die Wirelaid-Technologie eine partielle und definierte Vergrößerung von Leiterbahnquerschnitten zur Handhabung hoher Strombelastungen. Versilberte Kupferdrähte werden mittels Widerstandschweißung auf der Treatmentseite handelsüblicher Kupferfolien in den Dicken 35 µm, 70 µm und 105 µm verlegt. Die Lage der Cu-Drähte wird dabei aus den üblichen CAD-Daten (Gerber) abgeleitet und als separater Layer bearbeitet. Nach dem Verpressen zum Bi- oder Multilayer liegt eine ebene SMD-fähige Oberfläche vor; die weitere Verarbeitung erfolgt in üblichen Standard-Prozessen ohne zusätzlichen Aufwand. Logik und Leistungselektronik können so gemeinsam auf einer oder mehreren Leiterplattenebene realisiert werden. Die Vorteile zeigen sich in kompakteren Baugruppen mit geringerem Bedarf an Lagenanzahl und Fläche sowie den daraus resultierenden günstigeren Material- und Herstellungskosten, insbesondere durch die Substitution von Dickkupfer.

Neben 2D-Layouts erschließen sich dem Konstrukteur auch vielfältige 3D-Lösungsmöglichkeiten und dies ohne den Einsatz von teuren Flex-Materialien, Kabeln und Steckern.

Bereits im Jahr 2006 kamen die ersten Kontakte zwischen Jumatech und Schweizer Electronic zustande, die man seither kontinuierlich ausgebaut hat. Zuerst hat Schweizer Electronic die Wirelaid-Kupferfolien noch von Jumatech bezogen. Bereits ein Jahr darauf begann Schweizer Electronic mit einem Wirelaid-Automat zu arbeiten. Die zuverlässige Technik, der Einsatz von Standarddrähten und Kupferfolien ohne jegliche Vorbehandlung und der automatische Verlege- und Schweißprozess ermöglichen eine unproblematische Integration. Das bedeutet, dass sich Wirelaid bedarfsgerecht ohne besondere Vorbereitung abrufen lässt.