Texas Instruments zum Thema »Obsolescence-Management durch den EMS« »Wir kündigen Produkte nur in Ausnahmefällen ab«

Heinz-Peter Beckemeyer, TI: »Wir benachrichtigen im Rahmen unserer Product-Obsolescence-Strategie unsere Kunden und Distributionspartner bereits ein Jahr im Voraus darüber, welches Produkt auslaufen wird, gefolgt von einer zusätzlichen sechsmonatigen Periode, innerhalb der die Kunden die Ware abnehmen können.«

»Unser Anspruch ist es, unsere Produkte entsprechend der Nachfrage auf Kundenseite und den technischen Anforderungen so lange wie möglich zu produzieren und zu verkaufen«, erklärt Heinz-Peter Beckemeyer, EMEA Marketing Director Analog and Embedded Processing Products bei Texas Instruments (TI).

»Das bedeutet, dass Kunden sich auf TI als zuverlässigen Partner für langfristige Projekte verlassen können, weil wir Produkte nur in Ausnahmefällen abkündigen.« Für den Fall, dass TI ein Produkt doch aus dem Portfolio nimmt, greift laut Beckemeyer die umfangreiche Obsolescence Policy, die den Produktabkündigungs-Prozess von TI regelt: »Wir benachrichtigen im Rahmen unserer Product-Obsolescence-Strategie unsere Kunden und Distributionspartner bereits ein Jahr im Voraus darüber, welches Produkt auslaufen wird, gefolgt von einer zusätzlichen sechsmonatigen Periode, innerhalb der die Kunden die Ware abnehmen können.« Durch diese für den Halbleitermarkt sehr großzügige Produktabkündigungsstrategie von 18 Monaten bietet TI seinen Kunden zusätzliche sechs Monate Zeit, um Lagerbestände zu managen und den Wechsel auf alternative Nachfolgeprodukte zu planen. Im Falle einer Produktabkündigung verspricht TI zudem, den Kunden rechtzeitig über alternativ einsetzbare Produkte für die jeweilige Anwendung des Kunden zu informieren.


Schätzungsweise 80 Prozent der Entwicklungskosten auf Kundenseite fallen zum Zeitpunkt des Produkt-Designs an – ein Ausfall durch Produktabkündigungen kann in diesem Stadium zu enormen Mehrkosten führen. Gerade für Anbieter von Produkten mit langen Lebenszyklen ist ein entgegenkommendes Obsolescence-Management seitens der Halbleiterhersteller deshalb oft entscheidend.


»Wir verstehen, welche einzelnen Schritte unsere Kunden bei der Produktentwicklung durchlaufen, deswegen ist ein guter Produktabkündigungs-Prozess ein Wettbewerbsvorteil und für den Kunden entscheidend«, betont der Manager. »Unsere Strategie ist einfach – wir werden keine Produkte nach Belieben abkündigen; wenn wir ein Produkt produzieren können, werden wir das tun, auch wenn das Produktionsvolumen gering sein sollte.« Aufgrund von sich verändernden Prozesstechnologien könne es zwar vorkommen, dass TI ein spezifisches Produkt nicht mehr herstellen könne, so Beckemeyer. »In diesem Fall werden wir aber immer sehr eng mit unseren Kunden zusammenarbeiten, um ihnen ein zusätzliches Zeitpolster zu verschaffen, in dem sie die für sie wichtigen Parts bestellen können. Gleichzeitig kümmern wir uns darum, unseren Kunden das passende Ersatzprodukt für die jeweilige Anwendung vorzuschlagen.«