Coronavirus Warum Taiwan so wenig Infizierte hat

Wegen seiner geographischen und wirtschaftlichen Nähe zu China hätte man erwarten können, dass es in Taiwan viel mehr COVID-19-Erkrankte und Todesfälle geben würde. Mit HighTech wurde das weitgehend vermieden.

Taiwan gehört inzwischen zu den Hightech-Nationen der Welt. Das zahlt sich jetzt in der Corona-Pandemie aus.  Wie das Journal of the American Medical Association schreibt, liege das neben proaktiven Maßnahmen der Behörden vor allem an der hochentwickelten Informations- und Kommunikationstechnologie im Land.

Damit ist es zum Beispiel gelungen, Informationen der nationalen Krankenversicherung und der Einwanderungs- und Zolldatenbank zu verknüpfen. So kann die taiwanesische Regierung sofort Warnmeldungen ausgeben, wenn eine Person aus einem stark betroffenen Land einreist. Schon an der Grenzkontrolle werden Patienten mit schweren Atemwegssymptomen erkannt und von anderen Einreisenden getrennt. Außerdem werden die Bürger mit aktuellen Informationen versorgt, etwa über Standorte von Apotheken oder die Versorgung mit Schutzausrüstung.

Datenschutzrechtlich sind solche Maßnahmen in vielen Ländern der Welt allerdings schwierig. In Taiwan indes ist man stolz auf ein derartiges Krisenmanagement und unterstreicht, dass man dank der vergleichsweise geringen Infektionszahlen seine Rolle als Innovationstreiber in globalen Lieferketten aufrechterhalten erhalten kann.

So soll auch bereits am 2. Juni wieder eine Messe in Taiwan stattfinden: die Computex. Dort sollen unter anderem Innovationen präsentiert werden, die dieses Jahr mit dem Taiwan Excellence Award ausgezeichnet wurden. Das Label Taiwan Excellence wurde vom taiwanesischen Staat ins Leben gerufen, um die heimischen Produkte weltweit zu promoten.